Schon seit mehreren Jahren gibt es Pläne für die Umgestaltung der Rahdener Innenstadt, die auch den Kirchplatz von St. Johannis betreffen. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Platzes hat stets deutlich gemacht, dass sie nicht grundsätzlich gegen eine Umgestaltung ist, dass sie selbst aber nicht die finanziellen Belastungen übernehmen kann, die mit einer aufwendigen Umgestaltung verbunden sind. Der Kirchengemeinde stehen große finanzielle Herausforderungen bevor, die alle finanziellen Mittel im Baubereich benötigen, so z.B. die Sanierung des Gemeindehauses, der Außenanstrich und eine nötige Innensanierung der St. Johannis-Kirche. Und wenn es nach dem Orgelsachverständigen geht, sollte in nächster Zeit die Orgel in der Kirche gründlich überholt werden. Auch die nötige Turmsanierung hat hohe Kosten verursacht. Daher steht für die Kirchengemeinde fest: Wir können keine Finanzen in die gewünschte Umgestaltung der Außenanlage der Kirche stecken.

Foto: Jörn Spreen-Ledebur, NW

In mehreren Gesprächen mit der Stadt Rahden wurde jedoch deutlich, dass auch ohne finanzielle Beteiligung der Kirchengemeinde der Kirchpatz umgestaltet werden soll. Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der gewünschten Umgestaltung war von Seiten der Kirchengemeinde zudem, dass der alte Baumbestand möglichst erhalten bleiben soll. Um tragfähige Aussagen über den Zustand der Bäume erhalten zu können, wurde ein Sachverständiger beauftragt, der jeden Baum des Kirchplatzes einzeln untersucht hat. Hier war das Ergebnis allerdings erschreckend eindeutig: Alle Bäume sind in ihrer Vitalität stark beeinträchtigt. Die Bodenbeschaffenheit ist sehr kritisch und zudem besteht bei mehreren Bäumen auch eine Gefährdung der Verkehrssicherheit. Nach intensiver Beschäftigung mit den Aussagen des Gutachtens hat die Kirchengemeinde ihr Einverständnis erklärt, dass die vorhandenen Bäume entfernt werden dürfen. Allerdings sind wir bei dem grundsätzlichen Beschluss geblieben, dass der Kirchplatz auch in Zukunft einen geeigneten Baumbestand haben soll. Daher ist bei allen weiteren Planungen des Kirchplatzes dafür Sorge zu tragen, dass es zu einer Neuanplanzung von Bäumen auf der Südseite der Kirche kommen muss. Damit die neu gepflanzten Bäume auch ein gutes Umfeld haben, ist es zudem nötig, dass der Boden entsprechend aufbereitet wird und in Zukunft die Fläche unter den Bäumen möglichst wenig belastet und verdichtet wird. Der Bereich um die Bäume erhält den Charakter eines „befriedeten“ Ortes, der zugleich ein Hinweis auf die alte Geschichte des Platzes ist, der über viele Jahrzehnte als Friedhof genutzt wurde.

Daher wird es wohl im nächsten Jahr zur Umgestaltung des Kirchplatzes kommen und zur Neuanpflanzung von geeigneten Bäumen, die weiterhin den Kirchplatz zu einem Ort mit einer „grünen Lunge“ für Rahden werden lässt. Auch die nächsten Generationen sollen daran erinnert werden, dass dieser Platz ein Ort der inneren Besinnung und der Stärkung des Lebens ist.