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Notfallseelsorge im Kirchenkreis

Es ist Freitagvormittag, 10:00 Uhr. Wir stehen in einem Jugendzimmer, Schulsachen und Handy liegen auf dem kleinen Schreibtisch, Jeans und Pulli sind über den Stuhl geworfen, großes Poster an der Wand und die Musikanlage in der Ecke. Wie schlafend liegt der 17-jährige im Bett. Die Polizei hat ihre Untersuchungen abgeschlossen. Wir haben Zeit zum Abschiednehmen, bis der Bestatter kommt. Seine Mutter hatte sich gewundert, dass er nicht zum Frühstücken kam. Er musste doch in die Schule. Als sie nachsah, um ihn zu wecken, fand sie ihren Sohn leblos im Bett. Die verzweifelten Versuche der Herzmassage waren vergebens. Kein Leben mehr.

Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen und musste weiter zum nächsten Einsatzort. „Er war schon ganz kalt“, flüstert sie und weint laut.

Keine Anzeichen von äußerer Gewalt oder Drogen. Er war ein sportbegeisterter junger Mann. Der ganze Stolz seiner Eltern hatte einfach aufgehört zu atmen. Fassungslos hält die Mutter am Bettrand sitzend seine Hand. Der Vater kniet vor ihr.

Nach einiger Zeit des gemeinsamen Schweigens trete ich näher an das Bett und lege, mit dem Einverständnis der Eltern, die Hand zum Segen auf die Stirn des Jungen. Die Mutter ergreift seine Hand und legt sie in ihre.z

Notfallseelsorgende werden von der Rettungswache gerufen, wenn Angehörige, Freunde oder Augenzeugen mit dem plötzlichen Tod eines Menschen konfrontiert werden. Sie haben den verstorbenen Menschen entdeckt oder eine erfolglose Reanimation miterlebt. Sie haben den tödlichen Arbeits- oder Verkehrsunfall beobachtet.

Zu diesen und ähnlichen Einsätzen lassen sich auch die Pfarrerinnen und Pfarrer aus den Rahdenern Gemeinden rufen. Sie haben eine fundierte Zusatzausbildung und beteiligen sich an der Notfallseelsorge über die eigene Gemeindegrenze hinweg. Sie sind eine „feste Bank“, wenn es darum geht Menschen in akuter Belastung helfend beizustehen. Auch die Polizei bittet immer wieder die Notfallseelsorge um Unterstützung bei der Überbringung einer Todesnachricht an Angehörige.

Wenn die Rettungskräfte und die Polizei ihre Arbeit erledigt und den Einsatzort verlassen haben, bleiben die Notfallseelsorgerin und der Notfallseelsorger da!

Gut, dass wir auch durch die Notfallseelsorge unseren biblischen Auftrag mit ausüben können!

Hartmut Gebauer,

Synodalbeauftragter für Notfallseelsorge

15.06.2021: Spruch des Tages

"Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht... Gott ist mit dir auf allen deinen Wegen." (Josua 1,9)

Unsere nächsten Gottesdienste, ab ca. 15 Uhr als Video abrufbar:

  • 20. Juni, Kirchplatz Rahden, mit Wirwe Grau-Wahle

  • 27. Juni, Kirchplatz Rahden, mit Udo Schulte

  • 4. Juli, Kirchplatz Rahden, mit Micaela Strunk-Rohrbeck

Terminkalender

22.06.2021: 19:30 Bibellesegruppe

zur Zeit online

27.06.2021: 10:00 Bläsergottesdienst

St. Johannis-Kirche