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Gemeindeberichte

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden, Gemeindebericht 2021-22

1. Gottesdienst, Kirchenmusik, Kultur

1.1. Gottesdienst

Seit 2020 feiern wir Gottesdienste mit sich ändernden Corona-Einschränkungen: Schutzkonzepte werden erarbeitet und umgesetzt. Viel Flexibilität von allen Beteiligten ist gefragt. Im 1. Halbjahr 2021 stark eingeschränktes gottesdienstliches Leben.

Über lange Zeit kann in unseren Gottesdiensten kein Abendmahl gefeiert werden. Ende 2022 werden, in Abstimmung mit der Kirchengemeinde Pr. Ströhen, Einzelkelche angeschafft. Abendmahl wird erst ab Ostern 2023 wieder gefeiert.

Das „Coronaläuten“ wird fortgesetzt. Präsenz der Pfarrenden in der Kirche und gemeinsames Gebet helfen durch die schlimmste Zeit. Kirche bleibt so auf Distanz präsent.

Regelmäßige wöchentliche Video-Gottesdienste werden zum Angebot auf Dauer. Es bildet sich ein kleines Filmteam, das Sonntag für Sonntag einen Gottesdienst der Gemeinde aufnimmt und auf Youtube veröffentlicht. Das Angebot wird gern genutzt, auch über Rahden hinaus.

Von Januar bis Juli 2021 gibt’s auch Online-Kindergottesdienste.

Die (eigentlich wegen Corona eingeführten) Open-Air-Gottesdienste auf dem neu gestalteten Kirchplatz prägen die Sommerkirche auf Dauer. Die Predigtreihe 2021: Psalm 23, die Predigtreihe 2022: „Lasst uns miteinander…“

Nicht nur die Sommerkirche findet auf dem Kirchplatz statt, auch z.B. die Goldene Konfirmation am 15.08.2021. Die Goldene Konfirmation des Jahrgangs 2020 kann am 24.10.2021 endlich nachgeholt werden.

Am 10.09.2021 startet mit dem Jugendgottesdienst an einem Freitagabend ein neues Konzept, das sich vor allem an Konfirmanden richtet. Die sog. „Kirchplatz-WG“, eine Gruppe von jugendlichen Mitarbeitenden, gestaltet zusammen mit Pfarrer Udo Schulte die Gottesdienste, die nun monatlich stattfinden.

Amtshandlungen sind zeitweise stark eingeschränkt. Trauerfeiern finden im kleinen Kreis statt, Taufen sind lange nicht möglich. Im Sommer 2021 bei der Sommerkirche werden viele Taufen nachgeholt, außerdem gibt’s zusätzliche Taufgottesdienste im Sommer 2021. Brautpaare müssen Termine verschieben oder absagen. Im Herbst 2021 können wieder Hochzeiten gefeiert werden.

Um trauenden Angehörigen die Teilnahme an einem der Gedenkgottesdienste zum Ewigkeitssonntag zu ermöglichen, finden am 21.11.2021 mehrere aufeinander folgende Gottesdienste in der St. Johannis-Kirche statt. Auch in Wehe wird die Gemeinde auf zwei Gottesdienste aufgeteilt.

Die Aktion „Mit Licht und Lied durch den Advent“, im Advent 2020 begonnen und dann abgebrochen, wird in den Jahren 2021 und 2022 zu einem gern genutzten Angebot in der Adventszeit.

Weihnachten 2021 findet unter strengen Hygieneregeln statt. Nur wenige kommen zu den Gottesdiensten am Heiligabend, nutzen aber gern die offene Kirche an den Feiertagen sowie das Online-Gottesdienstangebot der Gemeinde.

Im Frühjahr 2022 normalisiert sich das gottesdienstliche Leben wieder. Ein allg. ckgang der Besucherzahlen ist in fast allen Gottesdiensten spürbar. Nur langsam kehrt das alte Gemeindeleben zurück.

In der Passionszeit 2022 finden wieder regelmäßig Andachten statt, in denen für den Frieden in der Ukraine gebetet wird. Dort ist seit dem 24.02.2022 Krieg. Das Gebet um Friedenwird nun zum regelmäßigen Bestandteil unseres Gemeindelebens.

Konfirmationen können – mit einigen wenigen Einschränkungen (Cluster-Sitzordnung) wieder wie gewohnt stattfinden. Allerdings ohne Abendmahl.

Am 1. Oktober 2022 gibt es erstmals mit der Familienkirche ein besonderes gottesdienstliches Angebot für junge Familien, das nun regelmäßig am Samstag vor den großen kirchlichen Festen stattfindet.

Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für die Gottesdienste: Um Heizkosten zu sparen, gibt es eine Winterkirche. Gottesdienste werden vom 1. Advent 2021 bis Ostern 2022 nur zentral in der St. Johannis-Kirche gefeiert. Ausnahme: Heiligabend. Die Kirche wird wenig geheizt, Wolldecken werden angeschafft. Die Gemeinde ist froh, überhaupt wieder zusammenkommen zu können.

1.2. Kirchenmusik

Das kirchenmusikalische Leben kommt während der Coronazeit fast völlig zum Erliegen. Alle Beteiligten gehen verantwortungsbewusst und konsequent mit den gebotenen Einschränkungen um und richten sich danach. Die Chorarbeit gestaltet sich zeitweise sehr schwierig mit den notwendigen Abständen, die aus Hygienegründen einzuhalten sind.

Dass auch der Gemeindegesang im Gottesdienst zeitweise zum Schweigen kommen bzw. hinter einer dichten Maske erfolgen muss, ist ein schmerzhaftes, aber notwendiges Opfer.

Die Orgelunterrichte sind ebenfalls nur unter Schwierigkeiten aufrecht zu erhalten, doch werden sie nach Möglichkeit fortgeführt.

Der Posaunenchor trifft sich, solange es die Witterung zulässt, unter freiem Himmel auf dem Hof Schmalgemeier in Sielhorst.

Die Kantorei der Kirchengemeinde und der Chor der Evangelischen Gemeinschaft, „Horizonte“ beklagen u.a. einen Rückgang der Zahl der aktiven Sängerinnen und Sänger. Gründe dafür sind in der Altersstruktur der beiden Chöre, aber natürlich auch in Corona zu suchen. Beide Chöre treffen sich 2021 zu gemeinsamen Chorproben mit dem Ziel der Vereinigung beider Chöre. Dies gelingt nur bedingt. Am Ende steht ein neuer „Kirchenchor“, der durch vereinzelte Sängerinnen aus „Horizonte“ verstärkt wird.

Auch der Gospelchor „InTONation“ ist sehr erfinderisch bei der Suche nach Probe-Möglichkeiten. So wird z.B. zeitweise in der Kleinendorfer Schützenhalle geprobt.

Der Chor „WeTo“ verliert während der Corona einige Mitglieder, nimmt aber auch die Probenarbeit wieder auf und kann am 11. Dezember 2022 mit einem beeindruckenden Adventskonzert die St. Johannis-Kirche praktisch bis auf den letzten Platz füllen.

Umso mehr freut sich der Posaunenchor, dass er im Jahr 2022 sein 100-jähriges Bestehen wie geplant mit einem großen Festprogramm begehen kann. Am 22.05.2022 startet die Reihe an Jubiläumsveranstaltungen mit einem festlichen Gottesdienst, in dessen Rahmen Willi Schmalgemeier aus seinem Dienst als 2. Chorleiter (seit 1998) verabschiedet wurde. Eine Ausstellung in der St. Johannis-Kirche gibt Einblick in die Geschichte des Chores. Und beim großen Jahreskonzert am 3.10.2022, bei dem auch der Posaunenchor Lavesloh mitwirkt, endet das Festprogramm.

1.3. Kultur

Eigentlich ist bzw. war für diese Zeit die Sanierung des Kirchenschiffs der St. Johannis-Kirche geplant. Deshalb (und wegen Corona) gibt es keine besonderen Konzert-Höhepunkte.

Eine Ausstellung während der Offenen Kirche 2021 fand aufgrund der Coronabeschränkungen nicht statt. Zum Jubiläum des Posaunenchores 2022 wurden im Rahmden der Offenen Kirche Informationen zur Geschichte des Chores und diverse Blasinstrumente ausgestellt.

Am 5. November 2022 feiern wir das 50-jährige Jubiläum der Orgel in der St. Johannis-Kirche mit einem Orgelkonzert mit Uwe Rehling, Hannover.

2. Seelsorge

Corona-Einschränkungen haben Einfluss auf die Seelsorge: Besuche zu Hause, z.B. zum Geburtstag, sind ab Frühjahr 2021 wieder möglich. Das Händeschütteln sowie größere Nähe wird aber noch vermieden. Besuche bei Kranken, z.B. im Krankenhaus, bleiben weiterhin schwierig und mit großem Aufwand verbunden.

Umstellung der Geburtstagsbesuche: Ab 1. Januar 2022 werden Gemeindeglieder nur noch ab dem 90. Geburtstag von den Pfarrenden besucht (siehe auch Veränderungen in der Altenheimseelsorge). Besuche aus seelsorglich anderen Gründen werden natürlich weiter angeboten und finden auf Wunsch statt.

3. Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung

3.1. Diakonie

Die bbecker Land Tafel schafft es auch in der Corona-Zeit, ihre Kundinnen und Kunden verlässlich zu versorgen. Allerdings bringt der Ukraine-Krieg ab dem Frühjahr 2022 eine deutliche Erhöhung der Kundenzahl mit sich. Gleichzeitig kalkulieren die Lebensmittelmärkte wegen der stark steigenden Lebensmittelpreise knapper. Das bringt die Ehrenamtlichen oft an ihre Grenzen, weil sie nicht alle umfassend versorgen können. Landfrauen aus den Ortsteilen aber auch andere Helferinnen und Helfer versorgen die Tafel mit zusätzlichen Spenden, sodass es meist doch irgendwie reicht.

Als Folge des Ukrainekrieges suchten besonders im März 2022 viele ukrainische Frauen mit ihren Kindern, dem Krieg in der Heimat zu entkommen. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis wurde von einigen Ehrenamtlichen eine Willkommensaktion für Menschen aus der Ukraine organisiert. Das Gemeindehaus Rahden war dabei erste Anlaufstation, und Mitarbeitende aus Rahden und Espelkamp beteiligten sich an der Aktion.

3.2. Gesellschaftliche Verantwortung

Der neu gestaltete Kirchplatz ist eine Bereicherung für die Rahdener Bürger. Er wird gern angenommen um sich dort zu treffen, ein Eis zu essen oder einfach zu verweilen.

Gerade auch in der Coronazeit ist die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Stadt Rahden von Vertrauen und konstruktiven Absprachen geprägt. Dies setzt sich auch in der weiteren Arbeit fort.

4. Mission und Ökumene

Die Partnerschaft des CVJM Rahden mit dem YMCA Bo in Sierra Leone hilft während der Coronazeit mit, die Menschen in Bo zu versorgen. Die Krisensituation durch Corona trifft die dortige Wirtschaft und damit die Menschen ungleich härter. So veranlasst die Gemeinde und der CVJM mehrmals Spendenaktion zugunsten der Partner in Sierra Leone.

Der Weltgebetstag, sonst eine feste Einrichtung im Leben der Frauengruppen unserer Gemeinde, kann in den Jahren 2021 und 2022 leider nur digital gefeiert werden. Das Filmteam der Gemeinde engagiert sich in diesem Bereich einmal mehr über die gewohnten Sonntage hinaus.

Bildung und Erziehung

5.1. Kindergärten

„Für den weit überwiegenden Teil der Eltern, die ihr Kind in Rahden in einer evangelischen Kindergarteneinrichtung anmelden, ist dies eine ganz bewusste Entscheidung. Ihr innigster Wunsch ist es, dass ihr Kind evangelisch erzogen wird, und sie schätzen die hohe pädagogische und religionspädagogische Qualität der Arbeit.“ An dieser Aussage aus dem Gemeindebericht 2019/2020 hat sich nichts geändert. Insbesondere die Reaktion aller drei Einrichtungen auf Überlegungen des Kirchenkreises, Einrichtungen aus kirchlicher Trägerschaft zu entlassen, hat dies sehr deutlich gezeigt. Die Elternschaften haben sich klar für eine weitere kirchliche Trägerschaft ausgesprochen. Dem ist die im Sommer 2021 erstellte gemeinsame Stellungname der Presbyterien Rahden und Pr Ströhen an die Kreissynode gefolgt. Die drei evangelischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich als Teil der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden. In allen drei Einrichtungen hat die Religionspädagogik einen sehr hohen Stellenwert.

Der entscheidende Beitrag in der Glaubensweitergabe geschieht durch die Mitarbeiter*innen, die gut geschult sind, nicht zuletzt durch übergemeindliche religionspädagogische Fortbildungen. In den Einrichtungen wird die Arbeit praktisch-theologisch von Pfarrer Dr. Roland Mettenbrink begleitet. Neben den monatlichen Kindergartenandachten der einzelnen Einrichtungen, den Weihnachtsgottesdiensten, Ostergottesdiensten, Entlassgottesdiensten, Erntedankgottesdiensten und Gottesdiensten zum Laternenumzug ist der gemeinsame Familiengottesdienst im Februar in der St. Johannis-Kirche ein Höhepunkt im Kindergartenjahr, der große Resonanz (über 500 Gottesdienstteilnehmende) erfährt.

Der Ev. Kindergarten Pr. Ströhen beteiligt sich an diesem Gottesdienst. Mit dem Beginn der Coronazeit 2020 konnten Präsenzveranstaltungen kaum noch durchgeführt werden. Stattdessen wurden bis in 2022 hinein Onlinegottesdienste zu den Kirchenjahresfesten gestaltet und an die Familien versendet. Bei all diesen Gottesdiensten konnte eine sehr hohe „Klickzahl“ registriert werden. Kindgerechte Andachten (anstelle der Präsenzandachten in den Einrichtungen) wurden schriftlich verfasst und den Eltern zugeleitet.

Die Kindergärten waren in der Coronazeit geistliche Aktivstellen von evangelischer Kirche und Ankerpunkt für die Familien. Als 2021 die Weihnachtsgottesdienste nur sehr eingeschränkt gefeiert werden konnten, schmückten die Kindergärten zur Advents- und Weihnachtszeit die Fenster der Johannis-Kirche mit christlicher Symbolik. Der Dank gilt unseren Erzieher*innen. Die ev. Kindergärten in der Region (Rahden u. Pr. Ströhen) sind in dieser Zeit zu einer wirklichen Einheit zusammengewachsen.

Mit Reduzierung der Coronabeschränkungen in 2022 fand der Kindergartenbetrieb gerade hinsichtlich der Gottesdienstangebote sehr schnell zu präsentischer Durchführung zurück. 2021 stand der große Kindergartengottesdienst unter dem Thema „Hoffnung“ (Onlinegottesdienst), 2022 „Wie stelle ich mir Gott vor?“ (Gottesbilder der Kinder).

Die Belegung (Stand: September 2023) aller drei Kindergärten ist sehr gut und kann die Nachfrage kaum decken. (Bärenhöhle: 67 Kinder, davon sechs U3, zwei Kinder integrativ und sechs Kinder aus Flüchtlingsfamilien; Sonnenstrahl: 94 Kinder, davon zwölf U3, ein Kind integrativ; Löwenzahn: 92 Kinder, davon 12 U3, vier integrativ und 11 Kinder aus Flüchtlingsfamilien).

Die Erzieherinnen des Kindergartens Sonnenstrahl Frau Hildegard Walla (2021) und Frau Silvia Mösemeier (2022) konnten ihr 30-jähriges Dienstjubiläum begehen. Im Kindergarten Löwenzahn feierte die Leiterin Frau Karin Rüter-Tirre im August 2022 ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Nach 44 Dienstjahren ging Frau Gertrud Rosner im Oktober 2021 in den wohlverdienten Ruhestand.

5.2. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Nach der Coronazeit, die auch unserer Jugendarbeit sehr geschadet hat, hat sich seine neue dchen-Jungschar gebildet, sie sich regelmäßig im Jugendkeller trifft.

Als Folge der neuen Jugendgottesdienste ist eine Gruppe entstanden, die nicht nur diese Gottesdienste trägt und mitgestaltet, sondern auch an anderen Stellen in die Gemeindearbeit einbringt, die Kirchplatz-WG.

Die Kinderbibelwoche in den Herbstferien ist inzwischen zu einem festen Angebot der Gemeinde geworden, das Familien gern nutzen. Im Herbst 2021 beschäftigen wir uns mit dem Leben und der Botschaft des Propheten Jeremia, im Herbst 2022 lautete das Motto: „Mensch, Petrus!“ Ein Kindermusical erschien uns in der Planung immer noch riskant angesichts der zeitweise unklaren Corona-Situation, deshalb haben wir uns in beiden Jahren für eine Kinderbibelwoche entschieden, weil dies auch unter Corona-Bedingungen machbar war.

5.3. Konfirmandenarbeit

Während der Coronazeit musste auf regulären Konfirmandenunterricht verzichtet werden. Es gab punktuell Angebote, z.B. durch Freiluft-Treffen oder durch digitale Konfistunden, durch Kontakte per Mail oder Zoom-Sitzungen. Als Gruppenstunden wieder möglich waren, fand der Unterricht in wöchentlichen Stunden statt. Auf die sog. „Konfi-Thementage“ musste noch weiter verzichtet werden.

Nach der Phase der Corona-Einschränkungen waren alle froh und dankbar, wieder in die präsentische Arbeit zurückkehren zu können, da insbesondere in der Arbeit mit Jugendlichen die persönliche Beziehungsebene von großer Bedeutung ist.

5.4. Gruppen und Kreise

Die Bibellesegruppe ist einer der wenigen Gruppen, die auch während der Coronazeit ihre Treffen im gewohnten Rhythmus fortsetzen konnte, wenn auch nur digital per Zoom. Alle anderen Gruppen und Kreise hatten mit großen Einschränkungen zu kämpfen und konnten sich oft über lange Zeit nicht treffen.

Erst ab Frühjahr 2022 kehrten die Gruppen und Kreise zurück und trafen sich wieder wie gewohnt. Allerdings gab es einige Einbrüche und Veränderungen.

Der Kontakt zu den Frauengruppen und Frauenhilfen konnte durch regelmäßige „Corona-Briefe“ aufrecht gehalten werden. Doch alle waren froh, als man sich ab Frühjahr 2022 wieder treffen konnte.

Doch die nächste Herausforderung war die Winterkirche: Um Heizkosten zu sparen und den Energiebedarf so weit wie möglich herunterzufahren, fanden in der Zeit von Erntedank 2022 bis Ostern 2023 alle Gruppentreffen und Veranstaltungen zentral im Gemeindehaus Rahden statt.

Für die Frauengruppen des Westbezirks (Sielhorst, Varl, Alt-Espelkamp) bedeutete das, dass man sich nun gemeinsam im Gemeindehaus Mitte traf. Die anfänglichen Bedenken waren schnell ausgeräumt. Das gemeinsame Treffen gefällt den Frauen so gut, dass es auf Dauer beibehalten wird.

Die Frauenhilfe Tonnenheide hat beschlossen, sich weiter am gewohnten Ort in den Räumen der Christuskirche zu treffen und sich im Herbst 2024, wenn das Gebäude aufgegeben werden muss, aufzulösen.

6. Leitung und Verwaltung

6.1. Strukturveränderungen

Presbyterien und Ausschüsse tagen zeitweise während der Corona-Pandemie mit Zoom-Sitzungen, ab Frühjahr 2021 wieder in Präsenz.

Im Zuge der Pfarrstellenneubesetzung 2021 im Ost-Bezirk wird 2020 eine Steuerungsgruppe installiert, die sich mit den Veränderungen im Pfarrdienst und der Neubesetzung der Pfarrstelle beschäftigt. Die Steuerungsgruppe setzt sich zusammen aus Presbyteriumsmitgliedern der Region Rahden und trifft sich in der Regel monatlich.

Ab dem 1. April 2021 beginnt Vikarin Jessica Banna ihre pastorale Ausbildung und wird von Pfarrer Udo Schulte als Mentor begleitet. Zunächst steht das mehrmonatige Schulvikariat im Mittelpunkt, danach aber stärker die Ausbildung in der Gemeinde mit ihren vielfältigen Aufgabenfeldern. Vikarin Banna investiert sich stark im Bereich der Jugendarbeit, Konfirmandenarbeit und Jugendgottesdienste, ist aber auch bei der Entwicklung der Familienkirche intensiv beteiligt.

Das Pfarrehepaar Rohrbeck wird am 5. September 2021 in einem Festgottesdienst von Superintendent Dr. Gryczan entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. Die Gemeinde verabschiedet sich bei Ehepaar Rohrbeck bei einem Open-Air-Empfang auf dem Kirchplatz vor dem Gemeindehaus.

Am 10. Oktober 2021 wird das Pfarrehepaar Heucher in seinen Dienst im Pfarrbezirk Ost durch Superintendent Dr. Gryczan eingeführt. 50 % Dienstumfang übernimmt Pfarrer Klaus-Hermann Heucher für Wehe; 50 % Dienstumfang übernimmt Pfarrerin Lena Heucher-Baßfeld für Tonnenheide und Stelle.

Pfarrerin Wirwe Grau-Wahle wird am 25. September 2022 in einem Festgottesdienst durch Superintendent Dr. Gryczan entpflichtet und mit einem Empfang im Gemeindehaus in den Ruhestand verabschiedet. Da eine Wiederbesetzung der Stelle nicht vorgesehen ist, wird die Altenheimseelsorge nun zusätzlich von den Pfarrpersonen vor Ort mit übernommen. Das führt zu einer deutlichen Reduktion des Seelsorgeangebots: Gottesdienste in Präsenz sind ab jetzt nur noch zweimal jährlich pro Einrichtung möglich, die Frequenz der Besuche wird denen der sonst gebräuchlichen Regeln angeglichen.

Im November 2021 werden auf einer gemeinsamen Presbyteriumssitzung der Kirchengemeinden Rahden und Preußisch Ströhen die Ergebnisse der Steuerungsgruppe vorgestellt. Ein Ergebnis ist die Einrichtung von Baustellengruppen, die zu verschiedenen Zukunftsthemen in der Gemeinde beraten sollen: Kinder-/Jugend; Ehrenamt; Seniorenheime; Besuchsdienst; Gottesdienstangebote; Gebäude.

Seit 2022 tagen die Ausschüsse der Kirchengemeinde Rahden und Preußisch Ströhen gemeinsam.

Zweimal jährlich findet eine gemeinsame Presbyteriumssitzung beider Presbyterien statt.

Im Herbst 2022 beendet Presbyter Jens-Hermann Kleine aufgrund seiner beruflichen Beanspruchung seinen Presbyterdienst in der Gemeinde und auch sein Amt als Synodalältester im KSV.

6.2. Offensive gegen sexualisierte Gewalt

Die von der Landeskirche auf den Weg gebrachte „Offensive gegen sexualisierte Gewalt“ wird auch in Rahden umgesetzt; die Mitarbeitenden werden geschult; die Führungszeugnisse der ehrenamtlich Tätigen werden vorgelegt.

6.3. Mitarbeitende

Um den ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden der Gemeinde für ihr Engagement zu danken, findet am 24. Juni 2022 erstmals das „Johannis-Fest“ statt, das nun jährlich wiederkehren soll – als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für die Mitarbeit in der Gemeinde.

Mitarbeiterin Karola Lichtenstein wird kann auf eine 30-jähriger Tätigkeit in der Auferstehungskirche Wehe und in der Christuskirche Tonnenheide zurückblicken. Dafür wird ihr im Gottesdienst in Wehe im November 2022 gedankt.

6.3. Gebäude

Der gemeinsam Bauausschuss der Kirchengemeinden Rahden und Preußisch Ströhen erarbeitet im Jahr 2022 unter der Leitung von Presbyterin Brunhilde Meier eine Gebäude-Strukturanalyse, die zum Ergebnis führt, dass die Kirchengemeinde Rahden ihren Gebäudebestand deutlich reduzieren und sich für die Zukunft auf wenige Gebäude in Rahden konzentrieren muss.

Bei einer Gemeindeversammlung am 29. September 2022 werden die Entscheidungen und Ergebnisse vorgestellt, die das Presbyterien in den zurückliegenden zwei Jahren erarbeitet hat: Pfarrstellen werden reduziert, Häuser aufgegeben, Finanzen werden geringer.

Dass die Gemeinde das Paul-Gerhardt-Haus in Alt-Espelkamp, die Christuskirche in Tonnenheide und die Auferstehungskirche in Wehe zum Ende des Jahres 2024 aufgeben wird, wird zusammen mit den inhaltlichen Entscheidungen, den personellen und strukturellen Einschnitten und neuen Impulsen das Gesicht der Ev.-Luth. Kirchengemeinde tiefgreifend verändern und – hoffentlich! – auf eine gute Zukunft ausrichten.

6.4. Öffentlichkeitsarbeit

„Gemeinde-Echo“: wird nicht mehr ausgetragen. In den Coronazeiten als Notlösung etabliert, hat sich dieses System bewährt. Zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen gestatten es, dass in ihren Räumen und auf ihren Ladentheken Gemeindebriefe zum Mitnehmen ausgelegt werden. Und auch der digitale Verbreitungsweg (als Download von der Gemeinde-Homepage) hat sich etabliert. Die Anzahl der gedruckten Hefte hat sich von bisher 6000 Stück auf jetzt 3000 Stück halbiert. Das spart Kosten und Papier; doch das Heft kommt bei denen, die sich für das Gemeindeleben interessieren, nach wie vor verlässlich an.

Digitale Angebote der Gemeinde werden weiter ausgebaut: schon seit Längerem ist die Gemeinde auf Facebook und Twitter aktiv. Während der Coronazeit ist auch noch Youbube als Verbreitungskanal für die wöchentlichen Video-Gottesdienste hinzugekommen. Seit 2022 ist die Gemeinde nun auch auf Instagram präsent, was vor allem für die junge Generation eine wichtige Kontaktfläche darstellt.

Es entsteht ein Filmteam, das regelmäßig Gottesdienste aufzeichnet und online stellt (s.o., Gottesdienste).

Die Nutzung der Homepage www.kirchengemeinde-rahden.de nimmt weiter zu. Durchschnittlich wird die Seite täglich von 25 Usern (bereinigt) besucht, die sich über dieses Medium informieren. Dabei werden vor allem folgende Seiten aufgerufen: Gottesdienste allg., Gottesdienst St. Johannis-Kirche, Konfirmanden-Galerie, Aktuelles, Kontakt zu Pfarrerinnen und Pfarrern. Der Spitzenwert an Nutzern wird, wie in den Vorjahren, an Heiligabend erreicht, wenn man sich über Gottesdienstzeiten informieren möchte.

Immer wichtiger wird auch die niederschwellige Präsenz der Gemeinde auf Google. Immer mehr Menschen nutzen diesen Weg um in Kontakt mit unserer Gemeinde zu kommen. Die Adresse eines Hauses (und die Route) werden abgefragt. Aber noch mehr reagieren die User auf die Telefonnummer und rufen mit unterschiedlichsten Anliegen direkt an, in der Regel außerhalb der Öffnungszeiten des Büros. Die Google-Präsenz ist für die Rahdener Gemeinde so eingerichtet, dass die Anrufenden im Normalfall unkompliziert und schnell Auskunft bekommen oder eine niederschwellige Lösung für sie angeboten wird.

Gemeindebericht 2019-2020

der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden

Gottesdienst, Kirchenmusik, Kultur

1.1 Gottesdienst

Zum Stadtfest am 16.06.2019 wurde der Gottesdienst der Kirchengemeinde wieder, wie zwei Jahre zuvor, auf einer großen Bühne als Open-Air-Gottesdienst mit dem Thema: „Suchet der Stadt Bestes!“ gefeiert. Musikalisch wirkten der Posaunenchor und der Gospelchor Rahden „InTONation“ mit. In der Predigt und in den Interviews wurde die Frage behandelt, warum sich Menschen für andere einsetzen, was sie für dieses Engagement motiviert und wie unser Miteinander in einer Stadt gelingen kann. Der gut besuchte Gottesdienst ist Ansporn, die Tradition eines Open-Air-Gottesdienstes auf dem Stadtfest zu einem festen Angebot zu machen.

Nach den guten Erfahrungen mit der Sommerkirche in 2018 wurde dieses Angebot auch in den folgenden Jahres weitergeführt: Die gottesdienstlichen Angebote in der Sommerzeit konzentrieren sich auf die zentrale St. Johannis-Kirche, bzw. auf den neu gestalteten Kirchplatz in Rahden-Mitte. Alle Pfarrerinnen und Pfarrer der Region sind beteiligt und behandelten in einer Predigtreihe 2019 die „Liturgie des Gottesdienstes“ und 2020 das „Vaterunser“. Besonders eindrucksvoll war im Rahmen der Sommerkirche 2019 der plattdeutsche Gottesdienst auf dem Gelände des Museumshofes mit dem Angebot zur persönlichen Segnung und Salbung, das von vielen Menschen, von jung bis alt, intensiv in Anspruch genommen wurde.

Begleitet wurde die Sommerkirche 2020 zur Corona-Zeit mit einladenden Aktionen mittwochs zur Marktzeit. Passanten hatten unter anderem die Möglichkeit, Gedanken und Gebetsanliegen zu benennen, die dann in der Predigt und im Fürbittengebet am folgenden Sonntag aufgegriffen wurden.

Durch Überlegungen im Gottesdienst-Ausschuss, wie das Thema „Abendmahl und Gemeinschaft“ besonders für die Konfirmandenarbeit gestärkt werden kann, wurde der Abend X Gottesdienst (gesprochen: „Abendma(h)lgottesdienst“) entwickelt, der zugleich den ersten Abendmahlsgang der Konfi-Gruppe und das sog. „2. Abendmahl“ für die Neukonfirmierten ersetzt (in der Gemeinde sind schon seit vielen Jahren auch Kinder und Jugendliche zum Abendmahl zugelassen). Die Wortverbindung nimmt Bezug auf das Abendmahl, auf die Feier am Abend und das „X“ als Mehrwehrt und Überraschung. Erstmals wurde dieser Gottesdienst am Sonntag, dem 22. September 2019, mit Gästen aus der Partnerschaftsarbeit mit Bo (Sierra Leone) gefeiert, die mit ihrer afrikanischen Spiritualität viel Bewegung und Begeisterung vermittelt haben. Infolge der Corona-Einschränkungen gab es 2020 leider keinen weiteren Abend X Gottesdienst.

Am 28.9.2019 fand die Silberne Konfirmation erstmals für alle Bezirke gemeinsam statt und wurde mit einem Samstagabend-Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche und anschließendem Abendessen begangen. In den Rückmeldungen der Jubilare wurde deutlich, dass gerade für die Auswärtigen der Samstagabendtermin den Ausschlag gegeben hatte, der Einladung zu folgen. Im Jahr 2020 konnte leider keine Silberne Konfirmation gefeiert werden.

Zentralgottesdienste der Kirchengemeinde sowie Regionalgottesdienste (gemeinsam mit der Kirchengemeinde Pr. Ströhen) zu bestimmten Anlässen (Gedenktage, 2. Feiertage, Jubiläen) haben in den letzten Jahren einen festen Platz in der Gemeinde und der Region gewonnen. Dadurch wird das gegenseitige Kennenlernen der Bezirke gefördert und das Gemeinschaftserleben als große Gemeinde gestärkt. Neben vielen guten Erfahrungen in diesem Bereich ist dennoch häufig zu spüren, dass Gemeindeglieder nur ungern das Gewohnte verlassen und ihre Bezirksgrenzen hinter sich lassen.

Die Erwartungen moderner Brautpaare an die Gestaltungsmöglichkeiten bei einer kirchlichen Trauung decken sich oft nicht mit den realen Möglichkeiten. Dies führt immer wieder zu Missverständnissen und Diskussionen mit dem Kantor, der Küsterin oder den Pfarrenden. Deshalb wurde für die Kirchengemeinde Rahden im Jahr 2019 eine sog. „Checkliste: Vorbereitung der kirchlichen Trauung“ formuliert, die den Brautpaaren beim ersten Kontakt zur Gemeinde als Hilfestellung zur Verfügung gestellt wird. Sie hilft zu klären, was in der Rahdener Gemeinde möglich, aber auch was unmöglich ist. Da in der Coronazeit kaum Trauungen stattfinden konnten, gibt es bisher noch wenige Erfahrungen mit der neuen Checkliste. Es bleibt zu hoffen, dass sie eine Hilfe für alle Beteiligten sein kann.

Ab März 2020 musste auch unsere Kirchengemeinde neue Wege für das geistliche Leben unter Corona-Bedingungen finden. Während des ersten strengen Lockdowns wechselten sich die Pfarrenden im täglichen Mittagsgebet am Altar der St. Johannis-Kirche ab, während das abendliche Coronaläuten z.T. ehrenamtlich übernommen wurde. In der DorfApp Wehe erschienen täglich kurze geistliche Impulse, die von den Nutzenden ab und zu kommentiert wurden. Zu Ostern erstellten die Pfarrenden im Baukastenverfahren einen gemeinsamen Videogottesdienst und lasen am Ostermorgen auf den verschiedenen Friedhöfen das Osterevangelium. Als ab Mai wieder unter strengen Auflagen (begrenzte Teilnahmezahl, Abstand, Maske, Desinfektion, kein Gesang) Präsenzgottesdienste gefeiert werden konnten, etablierte sich schnell eine auf das Wesentliche konzentrierte „Coronaliturgie“ (keine Wechselgesänge, nur eine Lesung, kürzere Predigt), die inzwischen von vielen Beteiligten als zeitgemäß und zukunftsweisend empfunden wird. Auch die Verlegung möglichst vieler Gottesdienste ins Freie wird in der Gemeinde positiv aufgenommen. Dass inzwischen an jedem Sonntag ein Gottesdienst aus einer der Predigtstätten über die Homepage und den gemeindeeigenen Youtube-Kanal abrufbar ist, trifft auf deutliche Zustimmung und Nachfrage in der Gemeinde. Als schmerzlich wurde die Verschiebung und z.T. Absage zahlreicher Großgottesdienste (Konfirmationen, Jubelkonfirmationen, Taufen, Trauungen, Ehejubiläen) erlebt. Einige Gottesdienste mit erwartbar hoher Teilnahmezahl (Konfirmationen, Schulgottesdienste) konnten durch Aufteilung auf unterschiedliche Termine und Uhrzeiten angemessen festlich begangen werden. Die ständige Planungsunsicherheit und das oft genug vergebliche Neuplanen wurden von Hauptamtlichen wie Gemeindegliedern als sehr belastend empfunden. Andererseits entwickelten sich aus der Not immer wieder kreative Impulse und Formate: Statt des „Lebendigen Adventskalenders“ in Privathäusern traf sich die Gemeinde täglich an einer Predigtstätte, um gemeinsam „Mit Licht und Lied durch den Advent“ zu gehen. Mit Begeisterung und Engagement vieler Ehrenamtlicher wurden für Heiligabend 17 dezentrale Gottesdienste vorbereitet, die infolge des erneuten Lockdowns leider nicht stattfinden konnten. Das Angebot stattdessen geöffneter Kirchen an Heiligabend wurde von Gemeindegliedern dankbar angenommen. Großen Zuspruch fand das kurzfristig für Familien erstellte Krippenspielvideo der Hauptamtlichen sowie der wieder im Baukastenverfahren erstellte Video-Weihnachtsgottesdienst der Pfarrenden.

1.2 Kirchenmusik

In der Kantorei zeichnete sich bereits Ende 2019 der Rückzug einiger Mitglieder aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen ab. Diese Entwicklung verstärkte sich infolge der pandemiebedingt fehlenden Probenarbeit. Die von den Kantoren des Kirchenkreises angebotenen Online-Proben wurden seitens der Kantoreimitglieder nicht angenommen. Der Kontakt zu den Sänger*innen wurde durch Briefe der Kirchengemeinde aufrecht erhalten. Um neue Mitglieder zu gewinnen, wurde die Idee geboren, die Sängerinnen des Chores „Horizonte“, die seit längerem ohne Leitung pausierten, bezüglich einer Zusammenlegung beider Chöre zu fragen. Bis Ende 2020 konnte der neue, noch namenlose Chor allerdings noch nicht öffentlich in Erscheinung treten.

Nachdem die Leiterin des Gospelchores „inTONation“ im Mai 2020 aus persönlichen Gründen die Chorleitung beendet hatte, waren Chor und Kirchengemeinde gleichermaßen an der Weiterführung der Arbeit interessiert. Eine Leitungsübernahme durch den Kantor der Kirchengemeinde war nicht möglich, doch konnte mit vereinten Kräften Rachel M. Tedder als neue Chorleiterin gewonnen werden. Bereits im Oktober 2020 war der Gospelchor zum ersten Mal unter neuer Leitung für die Gemeinde zu hören. Wegen der Coronabestimmungen mussten die Probentreffen mehrfach verlegt werden (Gemeindehaus, Schulaula, Schützenhaus) und konnten schließlich nur noch online stattfinden.

Der Chor WeTo lud am 21. Juni 2019 zu einem gut besuchten Mittsommerkonzert in die St. Johannis-Kirche mit anschließendem „White Dinner“ im Wehme-Park ein. Mit Beginn der Coronapandemie stellte der Chor seine Probenarbeit ein.

Der Posaunenchor Rahden e. V. gab auch in Jahr 2019 sein traditionelles Konzert am 3. Oktober. Auf der herbstlich geschmückten Bühne in der Aula des Gymnasiums spielten die 30 Musiker*innen Literatur aus vier Jahrhunderten, unterstützt durch Gastbläser des Posaunenchores aus Lavelsloh. Im Sommer 2020 fanden die Proben bei einer Bläserfamilie auf dem Bauernhof unter freiem Himmel statt, und auch bei den Gottesdiensten auf dem Kirchplatz konnte der Posaunenchor mitwirken. Im Herbst 2020 musste die Probenarbeit unter freiem Himmel eingestellt werden. Im Winter konnten nur einige Video-Gottesdienste mit Sondergenehmigung des Ordnungsamtes mitgestaltet werden.

Der Handglockenchor konnte noch einige Zeit mit Maske und Abstand die Probenarbeit fortsetzen, bis auch das Treffen mehrerer Haushalte durch die Coronavorschriften untersagt wurde. Bis Ende 2020 konnte über What’sApp zumindest eine eingeschränkte Kommunikation aufrecht erhalten werden.

Im Herbst 2019 beschloss die Kirchengemeinde Rahden auf Empfehlung des Ausschusses für Kirchenmusik, das Klavier in der St. Johannis-Kirche technisch überholen zu lassen. Die notwendigen Arbeiten sollten zeitlich mit der Außensanierung der St. Johannis-Kirche kombiniert werden, um das Instrument nach der Überholung nicht unnötig transportieren bzw. auslagern zu müssen. Da pandemiebedingt die Fassadensanierung noch nicht umgesetzt werden konnte, stehen auch die Arbeiten am Klavier noch aus.

In Erwartung der Kirchensanierung (mit Einhausung der Orgel) wurde auch die 2019 fällige Wartung der Orgel der St. Johannis-Kirche zurückgestellt, ist aber im Jahr 2020 nachgeholt worden.

Die Coronavorschriften mit ihrem Verzicht auf Gemeindegesang bedeuteten für den Kirchenmusiker einerseits eine besondere Herausforderung. Andererseits eröffnete die Projektion von Liedern auf Leinwand neue Möglichkeiten. Während der Monate, in denen nur Videogottesdienste aufgezeichnet werden konnten, entwickelte sich zudem eine abwechslungsreiche musikalische Gestaltung mit Sologesang, A-capella-Quartett oder Klavierbegleitung.

1.3 Kultur

Die Offene Kirche in der Rahdener St. Johannis-Kirche war im Jahr 2019 von Mai bis Anfang Oktober dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Im Sommer 2019 konnte in Zusammenarbeit mit einer Schulklasse des Gymnasiums Rahden eine Ausstellung zum Thema: „Abenteuer Aufbruch – Ankunft; 29 Flöße erzählen Geschichten“ gezeigt werden. Selbstgestaltete Flöße der Schulklasse, vom Kreuzfahrtschiff bis zum überfüllten Rettungsschiff, erzählten von abenteuerlichen Fahrten sowie der Hoffnung auf eine glückliche Ankunft am sicheren, fernen Ufer.

Auch im Jahr 2020 war die St. Johannis-Kirche im Rahmen der Corona-Bedingungen geöffnet, allerdings mit täglichen Öffnungszeiten von 15 bis 18 Uhr. Zusätzlich gab es dienstags und donnerstags nach dem Glockenläuten eine kurze Andacht als offenes, geistliches Angebot in den bedrückenden Zeiten der Pandemie.

Zu dem Rahdener Kulturverein „KulTür“ besteht eine rege Verbindung, so dass in der gut gefüllten St. Johannis-Kirche 2019 ein stimmungsvolles adventliches A-capella-Konzert mit der Gruppe „Die MEDLZ“ stattfand.

Zum 10. Weher Kulturfrühstück des Heimatvereins wurde die Auferstehungskirche im Januar 2019 gern für eine Jubiläumsveranstaltung mit dem Kabarettisten Bernd Gieseking genutzt.

2. Seelsorge und Beratung

Während der Monate der Kontaktbeschränkungen 2020 stand die Gemeindeseelsorge vor großen Herausforderungen. Viele Gespräche konnten nur telefonisch oder „auf Abstand am Gartenzaun“ stattfinden. An die Stelle von Geburtstagsbesuchen traten für lange Zeit Kartengrüße oder Anrufe. Auch Trauergespräche mussten telefonisch oder im kleinsten Kreis im Gemeindesaal auf Abstand geführt werden. Die fehlende Begleitung am Sterbebett, die nicht mögliche Abschiednahme sowie die Trauerfeiern während des ersten Lockdowns in Kleinstzahl nur am Grab waren für alle Beteiligten eine besonders belastende Erfahrung. Auch als Trauerfeiern wieder in Kirchen und Kapellen möglich waren, lag die Teilnahmezahl oft noch unter dem erlaubten Maß. Insbesondere auf den Dörfern mit ihrer Trauerkultur großer Beisetzungsfeiern ist hier ein Traditionsabbruch zu verzeichnen, der wohl über das Ende der pandemiebedingten Beschränkungen hinauswirken wird. Auch das als Ausgleich gedachte ausgeweitete Gottesdienstangebot zum Ewigkeitssonntag wurde nur verhalten angenommen. Trauungen und Ehejubiläen mussten während der Pandemie oft verschoben oder abgesagt werden, was für die betroffenen Paare sehr belastend war. In manchen Fällen konnten zumindest kontaktarme Glückwünsche der Kirchengemeinde an der Haustür oder im Garten übermittelt werden. Der Kontaktverzicht traf insbesondere die älteren Menschen in der Gemeinde hart. Umso dankbarer waren die Frauen der Frauenhilfen und der Frauenkreise für eine Initiative des Landesverbandes Soest, der monatlich Andachten schickte. Sie wurden mit einem ermutigenden Begleitschreiben der Ortspfarrerinnen an die Mitglieder verschickt und in den Häusern mit großer Freude aufgenommen.

3. Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung

3.1 Diakonie

Diakonische Verantwortung der Kirchengemeinde vollzieht sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern:

Am 6.7.2019 konnte die Ausgabestelle der bbecker-Land-Tafel im Gemeindehaus Rahden ihr 10-jähriges Jubiläum begehen. Während der Pandemie im Jahr 2020 fanden die Mitarbeiterinnen schnell Wege für eine kontaktfreie Ausgabe von Lebensmitteln, so dass diese wichtige Arbeit fortgeführt werden konnte.

Seit 25 Jahren gehörte die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ fest zur diakonischen Arbeit der Gemeinde. Jedes Jahr fand die Aktion reichlich Zulauf und Unterstützung von Jung und Alt in der Gemeinde. Im Jahr 2019 musste allerdings das Ehepaar Schinke, das mit viel Liebe und persönlichem Einsatz die Aktion begleitet hatte, sein Engagement aus Altersgründen beenden. Trotz allerlei Bemühungen ließ sich leider keine Nachfolgelösung finden. So musste die für Rahden traditionsreiche Aktion eingestellt werden. Aber die Lübbecker-Land-Tafel bittet ebenfalls zu Weihnachten um Päckchenspenden für Bedürftige, und auch diese Aktion wird von vielen Menschen in Rahden unterstützt.

Die Grünen Damen, die seit über 30 Jahren im Krankenhaus Rahden Dienst tun, haben sich im Berichtszeitraum als Gruppe aufgelöst. Infolge der Corona-Krise und deren Auswirkungen für das Gesundheitswesen waren für die Ehrenamtlichen seit Monaten die Aufgaben im Krankenhaus nicht mehr zu erfüllen. Im Blick auf die hohe Altersstruktur der verbliebenen 15 Mitwirkenden und die sich ständig verändernde Pflegesituation in den Krankenhäusern mit kurzen Liegezeiten der Patienten haben sich die Mitglieder der Gruppe dazu entschlossen, ihre Arbeit am Rahdener Krankenhaus zu beenden. Diese „Lücke“ wird sowohl bei den Patienten als auch beim Pflegepersonal zu spüren sein.

Die Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat Rahden im Bereich Flüchtlings- und Integrationsarbeit und dem „Café International“ bietet weiterhin einen verlässlichen Ort für Neuankommende. Im Mai 2019 wurde in Kooperation mit dem Präventionsrat eine Karikaturen-Ausstellung zum Thema »Flucht und Integration« in den Jugendräumen gezeigt.

Das Projekt „Jetzt erst recht - religiöse Jugendverbände gestalten Zusammenleben“, in Kooperation mit der aej in Hannover, wurde Ende 2019 vorzeitig beendet, da sich in Rahden und Umgebung kein nicht-christlicher Jugendverband als Partner finden ließ und damit die Grundlage für das Projekt nicht geschaffen werden konnte.

3.2 Gesellschaftliche Verantwortung

Nach einem halben Jahr Bauzeit wurde im Rahmen eines Festtages mit Gottesdienst und anschließendem Programm am 8.9.2019, dem Tag des Offenen Denkmals, durch die Stadt Rahden und die Kirchengemeinde der Kirchplatz unter großer Beteiligung von Menschen aus Nah und Fern eingeweiht. Der autofreie Kirchplatz bietet einen sehr gelungen Aufenthaltsort und wird inzwischen, nach manchen Bedenken aus der Bevölkerung, gut angenommen. Die St. Johannis-Kirche wird nun deutlich besser wahrgenommen und kommt in ihrer städtebaulichen Prägekraft zur Geltung.

Im Zuge historischer Recherchen im Mindener Kreishaus wurde die Vermutung untermauert, dass die Mitte von Rahden ebenfalls auf dem Kirchplatz liegt. So ziert seit der Einweihung ein Nullpunkt-Stein den Platz vor dem Eingangsportal der St. Johannis-Kirche.

Bis vor 200 Jahren wurde der Platz um die St. Johannis-Kirche als Friedhof genutzt. Bei den Bauarbeiten zum Kirchplatz wurden erstaunlicherweise noch zahlreiche Knochen zutage gefördert. Diese Gebeine wurden sorgfältig geborgen und im Frühjahr 2019 auf dem jetzigen Friedhof in vier Gräbern gegenüber dem Haupteingang zur Friedhofskapelle nochmals zur letzten Ruhe beigesetzt. Ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Der Herr behüte unseren Ausgang und Eingang“ wird die Stelle für die Friedhofsbesucher kenntlich machen.

Die Zukunftsperspektiven für Landwirte und ihre Höfe sind nicht nur in der Region Rahden von Sorgen und Ängsten geprägt. Bei einem Besuch am 20. Februar 2020 auf dem Hof Schmale in Varl konnten sich Mitglieder des Presbyteriums über die aktuelle Situation der modernen Landwirtschaft informieren. Der anschließende Gedankenaustausch mit mehreren Bauern war von Offenheit und gegenseitigem Interesse geprägt.

Die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Stadt Rahden ist vertrauensvoll und konstruktiv. Insbesondere in der Coronazeit kam das beiden Seiten zugute, als Abstimmungen über Hygienekonzepte für Veranstaltungen ohne Probleme bei Bedarf auch kurzfristig erfolgen konnten.

Im Rahmen der Kreissynode am 31.08.2020 wurde die „Aktion Seebrücke“ thematisiert, die sich zur Aufgabe gemacht hat, angesichts der großen Zahl der Menschen, die bei der Flucht übers Mittelmeer zu ertrinken drohen, Hilfsangebote und Rettungsaktionen zu bieten und vor allem die Verantwortlichen in deutschen Städten und Kommunen dazu zu bewegen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen einen „sichern Hafen“ zu bieten. Das Presbyterium Rahden und das Presbyterium Pr. Ströhen planen, sich ebenso wie die katholische Gemeinde dafür einzusetzen, dass die Stadt Rahden sich der „Aktion Seebrücke“ anschließt.

Am 30.6.2019 wurde zum 50. Geburtstag der Christuskirche Tonnenheide ein Gemeindefest zum Thema „Komm, bau ein Haus“ gefeiert, bei dem nicht nur Gemeindeglieder, sondern auch viele örtliche Vereine mitwirkten und so die wichtige Rolle der Christuskirche als „Kirche im Dorf“ erkennen ließen.

4. Mission und Ökumene

Vom 13.-28.9.2019 konnte der CVJM Rahden zwei Gäste aus dem Partnerverein in Bo / Sierra Leone in Rahden begrüßen: die Vorsitzende des YMCA Bo Central Branch, Francess Gbondo, sowie den Schatzmeister Matthew Ndoinjeh. Neben einem vielfältigen Programm (Trödelmarkt, Abend X Gottesdienst, Besuche in Gruppen, Fahrten) wurde am 23.9.2019 der Partnerschaftsvertrag feierlich erneuert. In Bo konnte im Berichtszeitraum das Vereinshaus um einen Verkaufsraum erweitert werden, in dem die Produkte der Näh- und Schneiderwerkstatt verkauft werden sollen.

Der Ökumenische Jugendkreuzweg wurde 2019 wieder mit der katholischen Gemeinde zusammen durchgeführt. Coronabedingt konnte der Kreuzweg 2020 mit Unterstützung einer App auf dem Handy vom katholischen Gemeindehaus bis zur evangelischen Kirche ergangen werden. Auf dem Kirchplatz war als Abschluss die Aktion "Der gedeckte Tisch" von Brot für die Welt aufgebaut.

Der Weltgebetstag wurde 2019 und 2020 in der vertrauten Gemeinschaft evangelischer und katholischer Frauen aus ganz Rahden gefeiert.

5. Bildung und Erziehung

5.1 Kindergärten

Für den weit überwiegenden Teil der Eltern, die ihr Kind in Rahden in einer evangelischen Kindergarteneinrichtung anmelden, ist dies eine ganz bewusste Entscheidung. Ihr innigster Wunsch ist es, dass ihr Kind evangelisch erzogen wird, und sie schätzen die hohe pädagogische und religionspädagogische Qualität der Arbeit. Die drei evangelischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich als Teil der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden. In allen drei Einrichtungen hat die Religionspädagogik einen sehr hohen Stellenwert. Der entscheidende Beitrag in der Glaubensweitergabe geschieht durch die Mitarbeiter*innen, die gut geschult sind, nicht zuletzt durch die religionspädagogischen Fortbildungen von Ulrich Walter (Pädagogisches Institut Villigst). In den Einrichtungen wird die Arbeit praktisch-theologisch von Pfarrer Dr. Roland Mettenbrink begleitet. Neben den monatlichen Kindergartenandachten der einzelnen Einrichtungen, den Weihnachtsgottesdiensten, Ostergottesdiensten, Erntedankgottesdiensten und Gottesdiensten zum Laternenumzug ist der gemeinsame Familiengottesdienst im Februar in der St. Johannis-Kirche ein Höhepunkt im Kindergartenjahr, der große Resonanz (über 500 Gottesdienstteilnehmende) erfährt. Der Ev. Kindergarten Pr. Ströhen beteiligt sich an diesem Gottesdienst. Seit dem Frühjahr 2020 konnten coronabedingt Präsenzveranstaltungen allerdings kaum noch durchgeführt werden. Stattdessen wurden Onlinegottesdienste zu den Kirchenjahresfesten gestaltet und an die Familien versendet. Bei all diesen Gottesdiensten konnte eine sehr hohe „Klickzahl“ registriert werden. Kindgerechte Andachten (anstelle der Präsenzandachten in den Einrichtungen) wurden schriftlich verfasst und den Eltern zugeleitet. Die Kindergärten waren in der Coronazeit geistliche Aktivstellen von evangelischer Kirche und Ankerpunkt für die Familien. Der Dank gilt unseren Erzieher*innen. Die ev. Kindergärten in der Region (Rahden u. Pr. Ströhen) sind in dieser Zeit zu einer wirklichen Einheit zusammengewachsen. Der Kontakt zu den Kindergarten-Presbyter*innen wurde durch Zoom-Konferenzen intensiviert. 2019 stand der große Kindergartengottesdienst unter dem Thema „Wir sind die Kleinen in den Gemeinden“, 2020 „Und Jesus herzte die Kinder“. Die Belegung (Stand: August 2021) aller drei Kindergärten ist sehr gut und kann die Nachfrage kaum decken. (Bärenhöhle: 69 Kinder, davon neun U3, zwei Kinder integrativ und sechs Kinder aus Flüchtlingsfamilien; Sonnenstrahl: 95 Kinder, davon zwölf U3, ein Kind integrativ; Löwenzahn: 86 Kinder, davon 13 U3, fünf integrativ und 14 Kinder aus Flüchtlingsfamilien). Im Ev. Kindergarten Bärenhöhle konnten am 1. Februar 2019 Silvia Barg und am 1. August 2020 Ines Kasten das 25-jährige Dienstjubiläum begehen. Am 12. Oktober 2019 feierte die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen. Das dazu mit Zeltgottesdienst gestaltete Fest fand in der Öffentlichkeit große Resonanz. Es stand unter dem Thema: „Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes“. Die Leiterin des Ev. Kindergartens Sonnenstrahl Simone Verbarg-Wüllner konnte 2019 ihr 25-jähriges, Claudia Lieving 2020 ihr 40-jähriges Dienstjubiläum begehen. Im Berichtszeitraum wurden im Kindergarten Sonnenstrahl größere Baumaßnahmen durchgeführt: Anbau eines Büros, einer Küche mit einem integrierten Essensraum, Brandschutztreppe aus der oberen Etage heraus wie weitere Brandschutzmaßnahmen. Im Ev. Kindergarten Löwenzahn konnten ebenfalls Maßnahmen zum Brandschutz abgeschlossen werden.

Die Bedarfssituation im Berichtszeitraum erforderte einen Ausbau der Kindergartenplätze im Stadtgebiet von Rahden. Nach anfänglichen Überlegungen, bestehende Kindergärten zu vergrößern und auszubauen, setzte sich schließlich eine Initiative der Varler Dorfgemeinschaft durch, einen Kindergarten in Varl neben dem Sportgelände im Dorfzentrum zu gründen. Durch viel Einsatz von Dorfgemeinschaft, Vereinen und zukünftiger Elternschaft gelang die Umsetzung des Projekts in kurzer Zeit. Nachdem zunächst die evangelische Kirche als mögliche Trägerin im Gespräch war, entschied man sich schließlich für das DRK.

Die gut eingespielte Zusammenarbeit mit den DRK-Kindertageseinrichtungen in Tonnenheide und Wehe wurde im Jahr 2019 fortgesetzt, musste aber im Jahr 2020 pandemiebedingt eingestellt werden.

5.2 Arbeit mit Kindern

In den Herbstferien des Jahres 2019 stand in Rahden wieder eine Kinderbibelwoche auf dem Programm. Das Thema lautete: „Echt satt – Geschichten vom Abendmahl“. Kinder erlangten mit viel Spaß Kenntnisse über die Hintergründe des Abendmahls, das sie auch gegenüber ihren Eltern als „Abendmahlsfachleute“ auftreten ließ. So war die gemeinsame Abendmahlsfeier im abschließenden Familiengottesdienst am 20.10.2019 eine ganz besondere Erfahrung für alle Beteiligten.

Turnusgemäß hätte im Herbst 2020 ein Kindermusical erarbeitet werden sollen. Doch wegen der Pandemie wurde darauf zugunsten einer „Corona-konformen“ Kinderbibelwoche verzichtet. Die Überschrift lautete diesmal: „AufSchwingen getragen und frei“ und wollte mit tröstenden und ermutigenden Bibelgeschichten einen Gegenpol zur allgemein gedrückten Corona-Stimmung setzen, was auch gelang.

5.3 Konfirmandenarbeit

Die gut eingespielte Konfirmandenarbeit erlitt mit Beginn der Coronapandemie einen herben Einbruch, da auf sämtliche kreative Angebote (Gruppenarbeit, Thementage, Freizeiten, Übernachtungsaktion „Rahden geht baden“, Gemeindepraktikum, Mitwirkung bei Trödelmarkt und Weihnachtsbaumaktion) verzichtet werden musste. Übrig blieb ein Frontalunterricht im traditionellen Wochenstundenmodell. Die (nachgeholten) Konfirmationen fanden unter Einschränkungen und ohne Abendmahl statt.

Um den Jugendlichen ein altersgerechtes spirituelles Angebot zu machen, gibt es seit dem Sommer 2020 ein neues Gottesdienstformatr Jugendliche der Konfirmandenarbeit in der St. Johannis-Kirche, das den traditionellen Kindergottesdienst am Sonntag ergänzt und zum Teil auch ersetzt. Mit ansprechender Musik und Texten, mit einem Anspiel der Kirchplatz-WG (Jugendmitarbeitende bereiten einen thematischen Impuls vor und sprechen in festen Rollen ein aktuelles Thema aus der Welt der Jugendlichen an) und einer Andacht möchte dieses Gottesdienstangebot auf die Lebenswelt der Jugendlichen stärker eingehen. Nach der Coronazeit wird sich herausstellen, wie intensiv dieses Gottesdienstformat weiter angeboten werden kann.

5.4 Schutzkonzept

Auf Initiative des CVJM Rahden hat sich im Jahr 2019 ein Arbeitskreis (Christina Zimmermann, Angela Wiegel, Friederike Michl) auf den Weg gemacht, eine Risikoanalyse zu erstellen und ein Konzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt zu entwickeln. Die intensive Arbeit mündete in einen „Fahrplan“ für die bei Verdachts- und Mitteilungsfällen geplante Krisenintervention (zugänglich über die Homepage von Kirchengemeinde und CVJM) sowie einen Flyer mit Ansprechpersonen und Beratungsstellen. Die Risikoanalyse soll alle drei Jahre wiederholt werden.

5.5 Gruppen u Kreise

Im Jahr 2019 fand sich eine Bibellesegruppe zusammen, die sich u.a. mit biblischen Texten auseinandersetzte, die durch die Perikopenrevision neu in die Ordnung der Predigt- und Lesungstexte aufgenommen worden waren. Kenntnisse über Gottesdienst, Predigt und Liturgie wurden gesammelt und geteilt. Nach Abschluss der eigentlichen Projektaufgabe wurde dem Wunsch der Teilnehmenden entsprochen, aus dem Projekt eine dauerhafte Gruppe zu machen, die sich seitdem regelmäßig monatlich trifft um sich pro Jahr mit einem festgelegten biblischen Buch zu beschäftigen. Im Jahr 2020 stand der Prophet Jesaja auf dem Programm; die Zusammenkünfte fanden z.T. digital statt.

Nachdem 2019 der 50. Geburtstag der Christuskirche Tonnenheide gefeiert werden konnte, durfte am 29.1.2020 die Frauenhilfe Tonnenheide ihr 50-jähriges Bestehen mit einem festlichen Beisammensein begehen.

6. Leitung und Verwaltung (mit Öffentlichkeitsarbeit)

6.1 Strukturveränderungen

Im Verlauf der Vorbereitungen für die Kirchenwahl 2020 beschloss das Presbyterium eine Verringerung und Neuzuordnung der Presbyterstellen, um den gewandelten Strukturen der Gemeinde Rechnung zu tragen: Statt der 16 Stellen in ehemals vier Bezirken (à vier Presbyterstellen) traten nun 15 Stellen (je fünf in den jetzigen drei Bezirken Mitte, West und Ost).

Im Januar 2020 gab das Pfarrehepaar Rohrbeck den für den Herbst 2021 geplanten Ruhestand bekannt. Gleichzeitig wurde das Prebyterium über die Interessenbekundung von Ehepaar Heucher aus dem Rheinland an der Pfarrstelle Rahden-Ost informiert. Noch im Februar 2020 konnte ein Kennenlerngespräch mit Ehepaar Heucher im Presbyterium stattfinden, an dem auch die zukünftigen Presbyteriumsmitglieder als Gäste teilnahmen. In den folgenden Monaten fanden weitere Schritte auf dem Weg der Pfarrstellenplanung statt, die im Wesentlichen in einer Steuerungsgruppe (Pfarrende und Presbyteriumsmitglieder aus der Region), begleitet von zwei Gemeindeberatern, entwickelt wurden.

6.2 Leitung unter Corona-Bedingungen

Da präsentische Veranstaltungen in der Gemeinde in der Coronazeit kaum bis gar nicht möglich waren, mussten auch auf Leitungsebene neue Wege beschritten werden. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurden Online-Sitzungen per Zoom fürs Presbyterium wie auch für die Dienstgespräche der Hauptamtlichen zeitweise zur fast schon gewohnten Arbeitsform. Gerade aufgrund der ständig veränderten „Corona-Schutzverordnungen“ der Landesregierung und „Corona-Updates“ der Landeskirche gab es immer wieder großen, oft auch sehr kurzfristigen Regelungsbedarf, was zuweilen nur durch Eilbeschlüsse per Email gelang. Hygienekonzepte mussten entwickelt, mit dem Gesundheitsamt in Minden und dem Ordnungsamt in Rahden bzw. Espelkamp abgestimmt, vom Presbyterium beschlossen und mit den Mitarbeitenden umgesetzt werden, was von allen Beteiligten einiges an Einsatzbereitschaft, Handlungsschnelligkeit und Erfindungsreichtum forderte.

6.3 Inhaltliche Arbeit

Die Corona-Pandemie stellte die Gemeinde vor große Aufgaben, wurde aber auch zur Grundlage für viele neue Ideen und Impulse. So traf man sich am 17.6.2020 zu einer sog. „Zukunftsgruppe“ um der Frage nachzugehen, welche Erfahrungen aus der Coronazeit weiter zu nutzen sind bzw. an welchen Themen in Zukunft weiter gearbeitet werden soll. Folgende vier Themenfelder wurden benannt: 1. Unsere Gemeinde muss sichtbar sein! – 2. Wir möchten unsere Gottesdienst-Liturgie überprüfen und einiges daran verändern. – 3. Wir brauchen Werbung, müssen Themen setzen. Wir möchten dazu das Internet mehr nutzen. – 4. Was braucht diese Gemeinde (z.B. Umfrage, Gemeindefest, Gemeindeversammlung). Einige der gesammelten Ideen flossen sofort konkret in die Sommerkirche ein bzw. in die Entwicklung eines Youtube-Gottesdienst-Angebotes. Andere Ideen bedürfen des längeren Atems.

6.4 Mitarbeitende

Auch bei der Kirchwahl 2020 kam es in der Kirchengemeinde Rahden zu keiner echten Wahl. Ausgeschieden sind Meike Griepenstroh, Wilfried Schmidt, Regina Tacke und Volker Wegehöft. Infolge der Pandemie konnten sie nur in kleinen Gottesdiensten verabschiedet werden. Ebenso konnten auch die neuen Mitglieder Ulf Kemper, Cornelia Moormann und Louisa-Maria Wehebrink nur Zug um Zug neu eingeführt und begrüßt werden. Nach der schweren Erkrankung und dem Tod von Friederike Michl ist eine weitere Presbyterstelle in Rahden-Mitte unbesetzt.

Dankbar ist die Gemeinde für Unterstützung aus dem Kirchenkreis während Krankheits- und Umstrukturierungsphasen: 2019 gab es Entlastung in der Altenheimseelsorge durch Pfr. Dr. Sebastian Kuhlmann, ab Juli 2020 durch Pfr. Hagen Schillig.

Das von Pfr. Udo Schulte für das Sommersemester 2020 geplante Kontaktstudium in Leipzig zum Thema Spiritualität konnte coronabedingt nicht stattfinden.

6.5 Gebäude

Ursprünglich war die Sanierung des Daches und der Fassade samt Anstrich der St. Johannis-Kirche für Herbst und Winter 2020 geplant. Die aufwendigen Baumaßnahmen verzögern sich jedoch. Vor Baubeginn sind intensive Vorarbeiten und Planungen durch das beauftragte Architekturbüro nötig. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind und damit feststeht, welche konkreten Baumaßnahmen bei der Renovierung des Daches nötig sind, können die Aufträge für die entsprechenden Gewerke ausgeschrieben und vergeben werden. Zudem ist es sinnvoll, zuerst die Erneuerung des maroden Kirchdaches zu beginnen, bevor mit der Sanierung der Außenfassade und dem Anstrich begonnen wird. Die Arbeiten am Dach der Kirche dürfen aber nur in den Wintermonaten geschehen, denn von April bis September ist das Kirchendach ein Schutzgebiet für seltene Fledermäuse, die in dieser Zeit ihre Jungen aufziehen und nicht gestört werden dürfen. Infolge der zeitlichen Verzögerung der Sanierungsarbeiten kann die Kirche weiter in üblicher Weise genutzt werden. Im Sommer 2022 sollten die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, so dass die St. Johannis-Kirche auf dem schönen Kirchplatz im Zentrum Rahdens mit ihrem neuen Dach und Anstrich zu bewundern sein wird. Durch die aktuelle Anspannung auf dem Bausektor kann sich dieser Zeitpunkt aber noch weiter verzögern.

6.6 Öffentlichkeitsarbeit

Im Sommer 2019 wurde die Homepage www.kirchengemeinde-rahden.de komplett überarbeitet und den aktuellen technischen Standards sowie dem modernen Nutzerverhalten angepasst.

Als 2020 Gottesdienste nicht mehr mit Gemeindebeteiligung gefeiert werden konnten, gründete die Gemeinde unter „EvKircheRahden“ einen eigenen Youtube-Kanal, über den seit Sommer 2020 wöchentlich Gottesdienst-Aufzeichnungen vom jeweiligen Sonntag aktuell ins Netz gestellt werden. Die Klickzahlen haben sich bei ca. 100 bis 120 pro Gottesdienst eingependelt. Durch die Beteiligung von Ehrenamtlichen ist es möglich, hier ein verlässliches Angebot zu schaffen, das seinen Nutzerkreis gefunden hat. Weil die Klickzahlen auch konstant blieben, als der Besuch von Kirchen und Kapellen wieder möglich war, soll dieses Angebot weiter beibehalten werden.

Besonders im Hinblick auf das Weihnachtsfest 2020 wurde vieles unternommen und manche ungewohnte Idee entwickelt um der Gemeinde die frohe Weihnachtsbotschaft gerade auch in dieser besonders schweren Zeit verkündigen zu können. So gab es z.B. einen Weihnachtsbrief, der allen zur Gemeinde gehörenden Haushalten zugeschickt wurde. Die Kirchen waren an den Feiertagen geöffnet, und auf dem neuen Youtube-Kanal gab es aufwendig gestaltete Videos, die deutlich höhere Klickzahlen erreichten (Weihnachten 2020 kam der Festgottesdienst auf über 1200 Klicks, das Krippenspiel nochmal auf 950 Klicks) als sonst.

Das „Gemeinde-Echo“ war in der Coronazeit ebenfalls eine wichtige Möglichkeit, mit der Gemeinde in Kontakt zu bleiben. Da die Zustellung durch Konfirmanden und andere Ehrenamtliche aufgrund der Ansteckungsrisiken nicht möglich war, lagen die Hefte in Gemeindehäusern und zahlreichen Rahdener Geschäften zum Mitnehmen aus. Die Auflage wurde auf 3.000 Stück. halbiert, so konnte immerhin jeder zweite evangelische Haushalt erreicht werden.

Gemeindebericht 2017-2018

der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden

Gottesdienst, Kirchenmusik, Kultur

1.1 Reformationsjubiläum 2017

Das Jahr 2017 stand ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums, das bereits am 31.10.2016 mit einem Gottesdienst für den ganzen Kirchenkreis in der St. Johannis-Kirche eingeläutet worden war. In der ganzen Region Rahden gab es ein breites Angebot an Veranstaltungen (Gottesdienste, Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Film, Theater, Kinderbibelwoche). In diesem Zusammenhang wurde auch die Idee umgesetzt, einmal im Quartal einen gemeinsamen Gottesdienst in einer Predigtstätte der Region Rahden zu feiern. An der Gestaltung der regionalen Gottesdienste waren jeweils mehrere Gemeindegruppen und Chöre beteiligt. Die Erfahrungen der fünf Regionalgottesdienste wurden nach dem Reformationsjubiläum ausgewertet. Das Angebot des regionalen Gottesdienstes je Quartal wird weitergeführt.

Auch die Ausstellungen in der St. Johannis-Kirche in Rahden während der Offenen Kirche griffen das Reformationsthema auf. So gab es je eine Ausstellung von Kinderbibeln, von Konfirmationsurkunden und von Bildern zur Bibel von Friedrich Stork sen. Vier Vorträge und einige Konzerte sprachen unterschiedliche Zielgruppen an. Die Faith-Party am 19. Mai 2017 im Paul-Gerhardt-Haus stand unter dem Motto: „Sing Halleluja!“ und beschäftigte sich mit Liedern und Texten von Martin Luther und mit seiner Bedeutung für die Kirchenmusik. Der Schulgottesdienst der Grundschule Varl am 20. Oktober 2017 nahm das Reformationsjubiläum zum Anlass, sich mit dem Thema zu beschäftigen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders! – Christen haben einen festen Stand im Leben.“

Die meisten Angebote fanden regen Zuspruch in der Bevölkerung. Auch der Luther-Film im Rahdener Kino zog zahlreiche Interessierte an. Ein besonderes Angebot in Zusammenarbeit mit KulTür in Rahden war das Theaterstück „Scivias – Wisse die Wege. Eine Nacht im Leben der Hildegard v. Bingen und der Katharina v. Bora“.

Insgesamt war die Planung und Durchführung der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum sehr arbeitsintensiv, hat sich aber im Rückblick als lohnenswert erwiesen.

1.2 Gottesdienst

Die Impulse des Reformationsjubiläums wurden im Jahr 2018 mit mehreren Regionalgottesdiensten aufgenommen.

Am 4.Februar 2018 wurde nach 40 Dienstjahren Pfarrer m.B. Hanns R. Meiners in den Ruhestand verabschiedet. Fast 11 Jahre lang hatte er mit 50% seines Dienstumfangs das Pfarrteam in Rahden verstärkt und zur Entlastung im Bezirk Mitte beigetragen. Als ausgebildeter Gemeindeberater hatte er zudem wertvolle Impulse bei der Erstellung der Gemeindekonzeption geben können. Der anschließende Empfang, der wegen des Umbaus des Gemeindehauses Rahden in der Christuskirche Tonnenheide begangen wurde, führte ehemalige Weggefährten aus ganz unterschiedlichen beruflichen Stationen des Seelsorgers zusammen und brachte die große Dankbarkeit für den Dienst von Pfr. Meiners zum Ausdruck.

„Du bist ein Segen!“ hieß es im regionalen Familiengottesdienst am 24. Juni 2018 im Paul-Gerhardt-Haus. Auch wenn nur wenige Kinder und ihre Familien sich hatten einladen lassen, wurde es ein fröhlich-bunter Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die gemeinsame Abendmahlsfeier für Groß und Klein stand.

Die Tradition des Festgottesdienstes am Reformationstag wurde auch 2018 weitergeführt, ergänzt durch eine Einladung zum Abendessen vor dem Gottesdienst. Die Predigt hielt der Leiter des Amtes für missionarische Dieste der EKvW, Pfarrer Ingo Neserke, aus Dortmund.

Das Presbyterium hat aufgrund der Anregungen durch die Gemeindekonferenz „Gottes Schätze heben“ ab September 2017 einen Gottesdienstausschuss ins Leben gerufen, der das gottesdienstliche Leben in der Region begleitet und neue Akzente setzen möchte. Hier werden grundsätzliche Fragen zum Gottesdienst behandelt, aber auch konkrete Vorschläge für Gottesdienste entwickelt. Der Ausschuss, der sich in der Regel drei Mal im Jahr trifft, setzt sich sowohl aus Mitgliedern des Presbyteriums als auch aus weiteren am Gottesdienst interessierten Gemeindegliedern zusammen. Allen Beteiligten ist der Gottesdienst als zentraler Ort des gemeindlichen Lebens und Wirkens wichtig. Inhaltlich orientiert sich der Ausschuss an dem Leitsatz: „Gottesdienst – einladend und ausstrahlend“. Die im Team von Mitarbeitenden gestalteten zentralen Gottesdienste fanden ein positives Echo. Teamarbeit ist Mehrarbeit, bereichert aber gleichzeitig die „gottesdienstliche Landschaft“ und wirkt sich positiv auf die Gestaltung der „normalen“ Gottesdienste aus.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Gemeindekonferenz, auch in den Gottesdiensten in den Außenbezirken immer wieder einladende musikalische Akzente zu setzen, wird nun vom Kirchenmusikalischen Ausschuss bei der Jahresplanung konsequent verfolgt. Die einzelnen musikalischen Gruppen unserer Gemeinde vernetzen sich zunehmend.

In unseren Gottesdiensten wird seit Jahren ein Lektionar mit Einleitungen zu den Lesetexten benutzt, das durch die neue Perikopenordnung einer Überarbeitung und Aktualisierung bedurfte. Gisela Kortenbruck nahm diese Überarbeitung vor. Bei dieser Gelegenheit wurden die Lesetexte der neuen Lutherübersetzung (2017) übernommen sowie einige Erweiterungen und Aktualisierungen eingearbeitet. Das neue Lektionar ist jetzt an allen Predigtstätten der Gemeinde in Gebrauch.

Mit der neuen Perikopenordnung, die zum 1. Advent 2018 einige Veränderungen gebracht hat, hat sich eine Bibellesegruppe in der Gemeinde gebildet, die sich mit einigen der Texte beschäftigt, die neu in die Ordnung aufgenommen wurden. Auch Wissenswertes über Liturgie und Gottesdienst wird dort besprochen. Die Gruppe trifft sich seit dem 13. November 2018 einmal monatlich und ist zunächst als Projekt auf ein Jahr begrenzt. Bei Interesse wird eine Fortführung zu überlegen sein.

Der veränderte Zuschnitt der Seelsorgebezirke seit 2018 (s.u.) hat zu einer Neuordnung der Gottesdienstzeiten in Rahden-West geführt. Die Gottesdienste in Varl und Sielhorst, bisher jeweils einmal monatlich um 10 Uhr, werden seit Januar 2018 zeitlich so gelegt, dass sie am gleichen Sonntag gefeiert werden können. Im jährlichen Wechsel beginnt ein Gottesdienst um 9.30 Uhr, der zweite Gottesdienst um 11 Uhr. Im nächsten Kalenderjahr wird gewechselt.

Neben den Jugendgottesdiensten bei der jährlichen Konfiaktion „Rahden geht baden“ gab es im Berichtszeitraum im März und im November Jugendgottesdienste mit Live Band und Verkündiger, so z.B. mit Martin Dreyer zum Thema „Keep your Coins – I Want Change“‚ „Streit“, „Das costa fast gar nix“ und „Wartezimmer Leben“. Der letztgenannte Gottesdienst fand im neu renovierten Jugendbereich des Gemeindehauses Rahden statt. Im Rahmen der Wochenveranstaltung „Jesus House“ 2017 des CVJM-Kreisverbandes war Rahden am Freitag Gastgeber mit einer Jugendband aus Bielefeld und im Herbst 2018 fand der Freizeitdankgottesdienst in der St. Johannis-Kirche statt.

1.3 Kirchenmusik

Die kirchenmusikalischen Veranstaltungen waren im Berichtszeitraum vom Reformationsjubiläum geprägt (s.o.).

Aufgrund des Umbaus des Gemeindehauses mussten Noten und Instrumente vorübergehend ins Paul-Gerhardt-Haus ausgelagert werden. Die damit einhergehende Entrümpelungsaktion führte zur Auffindung von Chronikmaterial, aus dem das Jahr 1928 als Gründungsjahr der Kantorei hervorgeht. So wurde das 90-jährige Bestehen der Kantorei am 8. Juli 2018 mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert.

Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen wurden die Chorarchive aus Wehe und Tonnenheide mit im Gemeindehaus Rahden zentralisiert, so dass nun alle Instrumente und Noten in einem Raum zugänglich sind.

Die seit 2016 jährlich stattfindende „Faith-Party“ im Paul-Gerhardt-Haus verbindet ein offenes Singen vertrauter und neuer Lieder mit einem geselligen Beisammensein mit Mitbringbuffet. Dieses neue Format erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Da am 27. Juni 1993 die Orgel des Paul-Gerhardt-Hauses ihrer Bestimmung übergeben wurde, konnte nun das 25-jährige Jubiläum des Instruments gefeiert werden. Dies geschah im Rahmen einer „Faith-Party“ am 8. Juni 2018. Antje Hartmann, die als Organistin seit ebenfalls 25 Jahren ihren Dienst tut, war eingeladen und erhielt den Dank der Gemeinde für ihren treuen Dienst. Das Jubiläum war auch Anlass für eine gründliche Reinigung der Orgel, die durch Orgelbauer Mathias Johannmeier im Herbst 2018 vorgenommen wurde. Am 4.10.2018 erfolgte die Abnahme durch den Orgelsachverständigen Dr. Tacke und Kreiskantor KMD Grube.

1.4 Kultur

Die Offene Kirche in der St. Johannis-Kirche hatte in der Zeit von Mai bis Anfang Oktober jeweils dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Dienst der Ehrenamtlichen ist jeweils in 2-Stunden-Blöcke eingeteilt. Durchschnittlich hat jede/r Mitarbeitende 30 Stunden Öffnungszeit im Jahr übernommen. Viele gute und wichtige Begegnungen entstehen während der Öffnungszeiten, gerade zu Menschen, die mit Kirche und Gemeinde häufig wenig in Kontakt kommen.

Neben den Ausstellungen zum Reformationsjubiläum 2017 gab es 2018 eine längere Ausstellung mit Bildern des Rahdener Tierarztes Dr. Hermann Lorenz, der zahlreiche Motive der Kirche und aus der Umgebung Rahdens in seinen Bildern verarbeitet hat.

2. Seelsorge und Beratung

Wegen der stetig wachsenden Zahl alter Menschen bei gleichzeitig schwindenden personellen Ressourcen sind seit Januar 2018 die Geburtstagsbesuche reduziert worden: Besucht werden nun Menschen zum 80. und ab dem 85. Geburtstag; zum 81. bis 84. Geburtstag erhalten sie einen Kartengruß. Darüber hinaus stehen selbstverständlich alle Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Gemeindegliedern auf Anfrage zur Verfügung.

3. Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung

3.1 Diakonie

Diakonische Verantwortung der Kirchengemeinde vollzieht sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern:

Bewohnerinnen und Bewohner des „Haus Aleida“ (Wittekindshof) sind gern gesehene Gäste in den Gemeindeveranstaltungen, insbesondere in unseren Gottesdiensten. Auf Initiative der Einrichtung wurde vor Jahren die donnerstägliche „Andacht nach dem Glockenläuten“ in der St. Johannis-Kirche ins Leben gerufen, die inzwischen fester Bestandteil des spirituellen Lebens der Gemeinde ist. Zu einem wesentlichen Teil werden die Andachten inzwischen auch von Mitarbeitenden des „Haus Aleida“ getragen. Auch im Hinblick auf die Konfi-Praktika, die seit 2017 zum Kirchlichen Unterricht in Rahden gehören (s.u.), hat sich die gute Zusammenarbeit mit dem Haus bewährt; einige Jugendliche absolvieren ihr Praktikum im „Haus Aleida“.

Auch die Ausgabestelle der „Lübbecker Land Tafel“ ist in das neue Konfi-Praktikum mit eingebunden. Interessierte Jugendliche können dort die Arbeit der Tafel kennenlernen, Mitarbeitende und Gäste kennenlernen und praktische Erfahrungen mit der Arbeit des Teams sammeln.

Die Kooperation mit dem Präventionsrat Rahden, die seit 2014 im Bereich der Flüchtlingsarbeit besteht, hat sich bewährt. Die Kirchengemeinde Rahden stellt Räume für die Schulungen der Ehrenamtlichen, Integrationsprojekte, für Deutschkurse und Beratungsgespräche zur Verfügung. Es besteht ein enger Kontakt zur städtischen Flüchtlingsbeauftragten. Der CVJM-Rahden beteiligt sich mit dem „YMCA Café International an dieser Arbeit.

Das YMCA Cafe International“ ist seit 2014 Treffpunkt für alle in Rahden ankommenden Flüchtlinge und in diesem Bereich sich engagierenden Ehrenamtlichen. An zwei Abenden pro Woche wird ein offener Treff angeboten. Seit Januar 2018 gibt es einmal in der Woche einen Treffpunkt nur für Frauen, der sehr gut angenommen wird. Diese Arbeit wird vom Integrationszentrum des Kreis Minden-Lübbecke ‚Komm-An-NRW‘ finanziell gefördert.

Seit Sommer 2018 ist der CVJM-Rahden Projektstandort des aej Projektes „Jetzt erst recht – religiöse Jugendverbände gestalten Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft“. Über das Projekt wird eine Mitarbeiterin mit 10 Stunden/Woche bis Ende 2020 finanziert. Ziel ist der Aufbau neuer Beziehungen zu koptischen, orthodoxen und muslimischen Jugendverbänden, um Vorbehalte zu bearbeiten und die Vernetzung innerhalb der Jugend(verbands)arbeit zu intensivieren. Gemeinsamer Anknüpfungspunkt ist die Arbeit mit jungen Geflüchteten und die Qualifizierung der verbandlichen Multiplikator*innen.

3.2 Gesellschaftliche Verantwortung

Die im Rahmen der Innenstadtsanierung schon länger geplante Sanierung des zentralen und belebten Kirchplatzes an der St. Johannis-Kirche hat auch im Berichtszeitraum das Presbyterium, die Gemeindeglieder und die Rahdener Bevölkerung beschäftigt. Die Kirchengemeinde hat der Sanierung des Platzes zugestimmt, kann sich aber nicht finanziell an diesem Projekt beteiligen, da andere bauliche Aufgaben (Sanierung der Kirche, Umbau des Gemeindehauses) sämtliche finanziellen Mittel binden. Nachdem mit der Stadt Rahden im Frühjahr 2018 ein Nutzungsvertrag für den Kirchplatz abgeschlossen worden war, konnte die Maßnahme beginnen. Der Erhalt des alten Baumbestandes war aufgrund des schlechten Zustandes der Bäume leider nicht möglich. Bei der Neugestaltung des Kirchplatzes kommt es aber zur Anpflanzung von 12 Sommerlinden, die an der Südseite der Kirche das Motiv eines Kreuzganges abbilden. Wünschenswert wäre auch die baldige Sanierung der Ringbebauung an der Kirche. Diese gestaltet sich aber aufgrund der Eigentumsverhältnisse als recht kompliziert. Im Sommer 2019 soll die Sanierung des Kirchplatzes abgeschlossen sein.

Anschließend ist die aufwendige Außensanierung und der Anstrich der Kirche geplant, nachdem der Turm vor wenigen Jahren umfangreich saniert worden ist.

Am Tag des Offenen Denkmals im September ist immer auch die St. Johannis-Kirche geöffnet. 2018 fand jeweils zur vollen Stunde ein kirchenmusikalisches Angebot statt, an dem die Chöre der Gemeinde unter der Leitung des Kirchenmusikers mitwirkten.

4. Mission und Ökumene

Die Ökumenische Zusammenarbeit in Rahden beschränkte sich bisher auf die gemeinsame Feier des Gottesdienstes zum Weltgebetstag, die auch 2017 und 2018 viele evangelische und katholische Frauen zusammenbrachte. Das Jahr 2018 brachte hier eine Weiterentwicklung: Da während des Umbaus des Gemeindehauses (s.u.) viele Gemeindegruppen vorübergehend in andere Gebäude ausweichen mussten, fand der Katechumenenunterricht für Rahden-Mitte sowie diverse Kinder- und Jugendgruppen im Katholischen Gemeindehaus an der Lemförder Straße statt. Diese pragmatische Lösung führte zu weiteren Begegnungen und gemeinsamen Projekten: Am Karfreitag 2018 wurde ein Ökumenischer Jugendkreuzweg zwischen beiden Kirchen begangen. An der traditionellen Waldweihnacht des CVJM nahmen im Advent 2018 auch Mitglieder der Katholischen Gemeinde teil. Beim Lebendigen Adventskalender waren darüber hinaus auch die Neuapostolische Gemeinde sowie weitere örtliche Vereine und Institutionen beteiligt.Nach den bisher gemachten Erfahrungen sollen der Kreuzweg und der Lebendige Adventskalender in den nächsten Jahren fortgeführt werden.

“Fremde werden Freunde – We are friends” - unter diesem Motto stand die Partnerschaftsreise 2017 zum YMCA Bo Central Branch in Sierra Leone, die Hannah Zimmermann und Saskia Hemminghaus antraten. “Gleich bei unserer Ankunft in Bo spürte man die Verbundenheit untereinander. Es war schön in bekannte Gesichter zu blicken und alte Freunde wiederzusehen. Insgesamt verbrachten wir eine Woche mit unseren Partnern und bekamen einen Einblick in die Entwicklung vor Ort”; berichtet Saskia Hemminghaus. Erstmalig nach der Ebola-Epidemie fand damit wieder ein Besuch in Bo statt. Die Partnerschaft besteht seit über 30 Jahren und wird durch wechselseitige Besuche gelebt. Aktionen wie das jährliche Café für Bo beim Trödelmarkt oder die Weihnachtsbaumaktion des CVJM unterstützen die Projekte des YMCA Bo vor Ort. Im Sommer 2018 konnte mit den finanziellen Mitteln aus Rahden ein Palavahut (Pavillon) gebaut werden. Besuch aus Sierra Leone wird für 2019 erwartet.

5. Bildung und Erziehung

5.1 Kindergärten

Für den weit überwiegenden Teil der Eltern, die ihr Kind in Rahden in einer evangelischen Kindergarteneinrichtung anmelden, ist dies eine ganz bewusste Entscheidung. Sie möchten, dass ihr Kind evangelisch erzogen wird, und schätzen die hohe pädagogische und religionspädagogische Qualität der Arbeit. Die drei evangelischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich als Teil der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden. In allen drei Einrichtungen hat die Religionspädagogik einen sehr hohen Stellenwert. Der entscheidende Beitrag in der Glaubensweitergabe geschieht durch die Mitarbeiterinnen, die gut geschult sind, nicht zuletzt durch die religionspädagogischen Fortbildungen von Ulrich Walter und Ralf Fischer (Pädagogisches Institut Villigst).

In den Einrichtungen wird die Arbeit praktisch-theologisch von Pfarrer Dr. Roland Mettenbrink begleitet. Neben den monatlichen Kindergartenandachten der einzelnen Einrichtungen, den Weihnachtsgottesdiensten, Ostergottesdiensten, Erntedankgottesdiensten und Gottesdiensten zum Laternenumzug ist der gemeinsame Familiengottesdienst im Februar in der St. Johannis-Kirche ein Höhepunkt im Kindergartenjahr, der zunehmende Resonanz (über 500 Gottesdienstteilnehmende) erfährt. Auch der Ev. Kindergarten Pr. Ströhen beteiligt sich an diesem Gottesdienst. Im Jahr 2017, dem Lutherjahr, stand dieser Gottesdienst unter dem Thema „Luther auf der Spur“. Die in diesem Gottesdienst entwickelten Thesen der Kinder wurden an Präses Annette Kurschus weitergegeben. 2018 war das Thema des Gottesdienstes: „Gottes Liebe ist so wunderbar".

Die Belegung aller drei Kindergärten ist über die Maßen gut und kann die Nachfrage nicht decken (Bärenhöhle: 69 Kinder, davon acht U3, zwei Kinder integrativ und ein Kind aus einer Flüchtlingsfamilie; Sonnenstrahl: 98 Kinder, davon 12 U3, ein Kind integrativ und zwei Kinder aus Flüchtlingsfamilien; Löwenzahn: 96 Kinder, davon 15 U3, fünf integrativ und neun Kinder stammen aus Flüchtlingsfamilien).

Im Ev. Kindergarten Bärenhöhle konnten am 1. August 2017 Angela Cattau, am 1. Januar 2018 Carola Grothus und am 1. August 2018 Ilka Schwarze das 25-jährige Dienstjubiläum feiern.

Die langjährige Mitarbeiterin Frau Marion Kröger des Ev. Kindergartens Sonnenstrahl starb am 15.6.2017 im Alter von 58 Jahren. Frau Waltraud Kaspelherr, die 37 Jahre die Leitung dieses Kindergartens innehatte und ihn maßgeblich prägte, wurde am 16.12.2017 feierlich verabschiedet. Seit Anfang Juni 2018 ist Simone Verbarg-Wüllner neue Leiterin der Einrichtung. Ihr 25-jähriges Dienstjubiläum konnte dort 2018 Frau Silvia Mösemeyer begehen. Im November 2018 feierte der Ev. Kindergarten Sonnenstrahl sein 50-jähriges Bestehen.

Im Ev. Kindergarten wenzahn wurden im Frühjahr 2018 die Dachsanierung und der Einbau von Lärmschutzwänden zum Abschluss gebracht. Frau Gertrud Rosner, viele Jahre stellvertretende Leitung, konnte am 1.8. 2017 ihr 40-jähriges Dienstjubiläum begehen.

In den DRK-Kindergärten Flohkiste (Tonnenheide) und Zwergenhaus (Wehe) wurden die seit Jahren etablierten Taufkurse sowie das religionspädagogische Erzählprojekt „Geschichtenland“ fortgeführt. Im Advent 2018 feierte das Zwergenhaus einen von den Mitarbeiterinnen gut vorbereiteten Familiengottesdienst in der Auferstehungskirche Wehe. Die Mitwirkung der beiden Kindergärten bei den jährlichen Seniorenfeiern im Advent ist inzwischen selbstverständlich geworden.

5.2 Arbeit mit Kindern

Im Jahr 2018 hat sich das Presbyterium schwerpunktmäßig mit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt und die Kontakte zum CVJM vertieft.

Die gesamtgemeindliche Arbeit mit Kindern konzentriert sich jeweils in einer Woche in den Herbstferien. Die Kinderbibelwoche im Herbst 2017 begab sich „auf die Spur der verlorenen Luthergeschichten“. 52 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren erfuhren im Jubiläumsjahr viel über Martin Luther und seinen Glauben. Im Herbst 2018 stand wieder ein Kindermusical auf dem Programm. Diesmal ging es um „Joseph, den echt coolen Träumer“. Wieder waren gut 50 Kinder dabei, als die Musicalwoche mit einer unvergesslichen Aufführung in der St. Johannis-Kirche am 21.10.2018 zu Ende ging.

5.3 Konfirmandenarbeit

Mit dem Jahrgang „Gabriel“ 2016-18 wurde den Konfirmandinnen und Konfirmanden erstmals die Möglichkeit des Konfi-Praxisprojektes „Gemeinde zum Mitmachen“ angeboten, das inzwischen verpflichtender Bestandteil des zweiten Unterrichtsjahres geworden ist. Die Jugendlichen absolvieren in einem Gemeindebereich ihrer Wahl ein ca. 8-stündiges Praktikum und lernen so nicht nur praktische Gemeindearbeit kennen, sondern bekommen auch Kontakt zu den dort Mitarbeitenden. Die Erfahrungen mit dem Projekt sind bisher durchweg positiv; sowohl die Jugendlichen als auch Eltern und Mitarbeitende empfinden die Projekterfahrungen als bereichernd.

Dass es im Jahrgang „Gabriel“ die ungewöhnliche Situation gab, dass das Presbyterium drei Jugendliche zunächst von der Konfirmation zurückstellen musste, brachte einigen Gesprächsbedarf mit sich, wurde aber von den allermeisten als richtige Entscheidung bewertet. Für alle drei Jungen gab es im Laufe des folgenden Sommers die Möglichkeit, ihre Konfirmation in einem festlich-würdigen Rahmen nachzuholen.

5.4 Glaubenskurs für Erwachsene

Als ein Ergebnis aus dem Beratungsprozess „Gottes Schätze heben“ wurde an vier Abenden im Herbst 2018 der Glaubenskurs „Kaum zu glauben?!“ aus der Hannoverschen Landeskirche angeboten. Der Kurs ist ein offenes Angebot für am christlichen Glauben interessierte Menschen. Das Seminar orientiert sich inhaltlich an den drei Artikeln des Glaubensbekenntnisses und ermöglicht auf Grundlage eigener Lebenserfahrungen einen Zugang zu den einzelnen Themen. Als Zielgruppe für den Glaubenskurs waren besonders die Eltern der Jugendlichen angesprochen, die zurzeit am kirchlichen Unterricht teilnehmen. Der Besuch war mit sechs Teilnehmenden geringer als erhofft. Von den Teilnehmenden selbst wurde der Glaubenskurs jedoch als sehr intensiv, inspirierend und zum Glauben ermutigend bewertet.

6. Leitung und Verwaltung (mit Öffentlichkeitsarbeit)

6.1 Strukturveränderungen

Mit dem Ruhestand von Pfarrer m.B. Hanns Meiners ab Januar 2018 wurde eine Neuordnung der Gemeindegrenzen erforderlich, um langfristig alle Pfarrbezirke gleich groß zu gestalten. So wurde der Bezirk Rahden-West (Pfrn. Kortenbruck) Richtung Stadtmitte erweitert. Innerhalb des Pfarrbezirkes Rahden-Mitte (Pfr. Schulte) betreut Pfrn. Grau-Wahle nun einen eigenen Seelsorgebezirk. Gleichzeitig wurde ihr Aufgabenbereich in der Altenheimseelsorge deutlich reduziert. Die in Rahden-Ost erforderlichen Umstrukturierungen waren bereits früher erfolgt.

Nach wie vor ist es in unserer flächenmäßig ausgedehnten Gemeinde eine Herausforderung, das Bewusstsein für die Einheit der Gemeinde zu wecken. Das mit diesem Ziel schon länger geplante Gemeindefest konnte am 8. September 2018 endlich umgesetzt werden. Mit dem biblischen Motto „Unter Gottes Regenbogen“ machten sich Jung und Alt auf den Weg. Begonnen wurde das Gemeindefest am Paul-Gerhard-Haus in Alt-Espelkamp mit einem Kaffee- und Kuchenbuffet. Der Weg von Alt-Espelkamp nach Rahden wurde entweder mit dem Planwagen oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die gut vorbereitete Fahrradtour, die manche Überraschung zu bieten hatte, führte über die Christuskirche Tonnenheide bis zum frisch renovierten Gemeindehaus in Rahden. Hier konnten alle die neuen Räumlichkeiten erkunden und erfahren, welche Gruppen und Veranstaltungen das Haus mit Leben erfüllen. Mit einer Andacht und Liedern wurde für die gelungene Renovierung gedankt und die dabei besonders engagierten Mitarbeitenden mit Präsenten bedacht.

6.2 Gebäude

Die Renovierung des Gemeindehauses in Rahden erfolgte im ersten Halbjahr 2018. Die zahlreichen Gruppen und Kreise können das Haus nun wieder nutzen und freuen sich über die spürbaren Veränderungen, die vorgenommen worden sind: renovierte Toilettenanlagen im Untergeschoss; ein barrierefreies WC und eine großzügige, helle Küche im Erdgeschoss; ein neuer Eingang und umfassende räumliche Umgestaltung im Jugendbereich; ein umgestalteter und funktionaler Saal ohne Bühne; neue Abstellräume, auch für die Ausgabe der Tafel; die Möglichkeit, neue Medien zu nutzen für den kirchlichen Unterricht; Austausch des alten Brenners und vieles andere mehr. Nicht alle Wünsche konnten erfüllt werden, aber die schon seit Jahren angedachten Renovierungsarbeiten haben ihren Zweck gut erfüllt. Es ist kein neues Gemeindehaus entstanden, aber ein Haus, das viel Erneuerung erfahren hat.

Im Jahr 2017 wurde das Paul-Gerhardt-Haus in Alt-Espelkamp 25 Jahre alt. Die ganze Region feierte dieses Jubiläum am 3. September 2017 mit einem festlichen Gottesdienst und einem Gemeindefest.

In Vorbereitung auf das 50-jährige Bestehen der Christuskirche Tonnenheide im Jahr 2019 wurden wichtige Instandhaltungsvorhaben umgesetzt: Die Kirchenfenster wurden gestrichen und das Flachdach komplett saniert. Dass in beide Maßnahmen erhebliche Spendenmittel aus der Gemeinde einflossen, zeigt die Verbundenheit der Gemeindeglieder mit ihrer Kirche. Sie wird auch darin sichtbar, dass sich eine große Gruppe von Frauen ehrenamtlich um die Pflege der Außenanlagen kümmert.

6.3 Inhaltliche Arbeit

Am 12. Oktober 2017 fand ein Nachtreffen zum Prozess „Gottes Schätze heben“ statt. Die im September 2016 begonnenen Projekte haben sich unterschiedlich weiterentwickelt. Die Ergebnisse sind an entsprechender Stelle in diesen Bericht eingeflossen.

Nach wie vor ausstehend ist der Mitarbeitenden-Dank, für den bei der Fülle anderer Veranstaltungen und der Arbeitsverdichtung im Bereich der Hauptamtlichen noch kein Termin gefunden werden konnte.

6.4 Mitarbeitende

Nach 34 Dienstjahren (davon 11 als Kirchmeisterin) wurde Presbyterin Sonja Wiebke im Gottesdienst am 8. Juli 2018 mit großem Dank aus ihrem Amt verabschiedet. Für die verbleibende Amtszeit bis 2020 wurde Presbyter Jan Geertmann zum Kirchmeister und Udo Knost zu seinem Stellvertreter gewählt. Ins Presbyterium nachberufen wurde Jens-Hermann Kleine, der am 2. September 2018 in sein Amt eingeführt wurde.

Im Berichtszeitraum mussten wir außerdem von drei ehemaligen Presbytern Abschied nehmen: Alfred Walz, 16 Jahre Presbyter in Alt-Espelkamp, verstarb im Oktober 2017 im Alter von 89 Jahren, Hermann Bückendorf, 20 Jahre lang Presbyter in Rahden-Mitte, verstarb im September 2018 im Alter von 89 Jahren, Wolfgang Düring, 20 Jahre lang Presbyter in Tonnenheide, verstarb im November 2018 im Alter von 90 Jahren. Wir werden alle drei in dankbarer Erinnerung behalten.

6.5 Öffentlichkeitsarbeit

Im Advent 2018 konnte der Gemeindebrief, das „Gemeinde-Echo“, bereits sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Während dieser Zeit hat sich das Heft, das dreimal jährlich erscheint und in der Regel von Konfirmandinnen und Konfirmanden ausgetragen wird, als feste Größe im Gemeindeleben und wichtige Informationsquelle für Gemeindeglieder etabliert.

Die Homepage hat ebenfalls eine große Bedeutung, wenn Gemeindeglieder und andere sich über das Leben der Kirchengemeinde informieren möchten. Durchschnittlich greifen pro Tag gut 500 User auf die Homepage zu (bereinigte Zahl!).

Die Datenschutzgrundverordnung hat zu einigem Mehraufwand für die Verwaltung geführt. Arbeitsprozesse mussten an die neuen gesetzlichen Gegebenheiten angeglichen werden, Informationen über das Gesetz mussten bereitgestellt werden, datenschutzrechtliche Genehmigungen müssen eingeholt bzw. Veröffentlichungen verändert oder unterlassen werden. Das stößt nicht überall in der Gemeinde auf Verständnis, wenn es z.B. um Informationen über Amtshandlungen, Jubiläen oder Geburtstage von Gemeindegliedern geht.

Gemeindebericht 2015-2016

der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden

1. Gottesdienst, Kirchenmusik, Kultur

1.1 Gottesdienst

In der Kirchengemeinde Rahden werden an sechs Predigtstätten vielfältige Gottesdienste gefeiert, und zwar wöchentlich (St. Johannis-Kirche), vierzehntäglich (Christuskirche Tonnenheide und Auferstehungskirche Wehe) und monatlich (Paul-Gerhardt-Haus, Friedhofskapellen in Varl und Sielhorst). Dies führt zu einer bunten Gottesdienstlandschaft, aus der einige Akzente hervorgehoben werden sollen:

Ein besonderer Anlass für einen gemeinsamen Gottesdienst der ganzen Gemeinde war das 50. Jubiläum des Museumshofes im Juni 2016. Unter Beteiligung der Heimatvereine wurde die Tradition der Kirchwege an diesem Sonntag aufgegriffen, um gemeinsam in Gruppen aus den unterschiedlichen Ortschaften zum Gottesdienst zu gehen. Der Gottesdienst unter freiem Himmel wurde unter Mitwirkung des Posaunenchores von mehreren Kollegen gestaltet. Nach dem ausgesprochen gut besuchten Gottesdienst bestand die Möglichkeit zum gemeinsamen Essen auf der Museumsanlage.

Am ersten Septemberwochenende 2016 unternahm der Popchor RiseUp! der Ev. Kantorei Iserlohn einen Ausflug nach Ostwestfalen, um die Wirkungsstätte seines ehemaligen Gemeindepfarrers Udo Schulte etwas kennenzulernen. Zugleich wurde diese Begegnung musikalisch genutzt, um zur Freude aller Beteiligten am Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche mitzuwirken.

Am 23.Oktober 2016 wurden nach intensiver Vorbereitung sieben aus dem Iran geflüchtete Frauen und Männer in der St. Johannis-Kirche getauft und von den Gemeindegliedern herzlich begrüßt. Die Gemeinschaft wurde nach dem Gottesdienst bei einem festlichen Mittagessen vertieft.

Für die Vorbereitung des Reformationsjubiläums in der Region Rahden wurde eine „Spurgruppe“ gebildet, um die vielfältigen Veranstaltungen zu koordinieren und ein möglichst breites Angebot zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Idee aufgegriffen, einmal im Quartal einen gemeinsamen Gottesdienst in der Region Rahden zu feiern, der thematisch auf den Inhalt der Reformation bezogen ist. An der Gestaltung der regionalen Gottesdienste sollen möglichst mehrere Gemeindegruppen und Chöre beteiligt sein. Nach der Eröffnung des Reformationsjubiläums am 31. Oktober 2016 für den ganzen Kirchenkreis in Rahden folgte am 6.November der erste regionale Gottesdienst in Preußisch Ströhen. Er war inhaltlich auch auf das Kirchenjahr bezogen, indem die Ewigkeitshoffnung bei Luther verglichen wurde mit einem Lied des verstorbenen Musikers Udo Jürgens. Die Erfahrungen der fünf Regionalgottesdienste sollen nach dem Reformationsjubiläum ausgewertet werden, um eventuell dieses Angebot auch in Zukunft nutzen zu können.

Durch verschiedene religions- und gemeindepädagogische Impulse ist die Teilnahme von Kindern am Abendmahl inzwischen selbstverständlich geworden. Bei großen Gottesdiensten wie Konfirmationen kommen nun mehr Familien auch mit ihren Kindern zum Abendmahl, was von der Gemeinde als echte Bereicherung wahrgenommen wird.

Aufgrund der guten Erfahrungen in der Auferstehungskirche Wehe hat sich seit dem Erntedankfest 2015 auch an der Christuskirche Tonnenheide ein Lektorendienst etabliert, in dem ca. zehn Männer und Frauen ehrenamtlich mitwirken. Von der Gemeinde wird diese Verlebendigung des Gottesdienstes ausdrücklich begrüßt.

Seit Jahren führte die veraltete Verstärkeranlage in der St. Johannis-Kirche durch häufige Störungen bei vielen Besuchern zu Klagen. Auf der Basis eines schon vor mehreren Jahren erstellten Akustikgutachtens konnten im Berichtszeitraum endlich zwei Firmen Probeinstallationen vornehmen, die von der Gemeinde und dem Presbyterium ausgewertet wurden. Nach längerer Diskussion kam es zu einer deutlichen Entscheidung für eine Fachfirma, die im Dezember 2016 nach Erneuerung der alten Leitungen die neue Anlage einbauen konnte. Mit dem Einsatz moderner Aktivboxen, die für die Beschaffenheit des Kirchraums genau eingemessen wurden, wurde eine gute Sprachverständlichkeit erreicht. Durch die Installation einer Bassbox ist es zudem möglich, auch Musik gut zu verstärken. Die Gemeinde hat - auch aufgrund der guten Berichterstattung in der örtlichen Presse - sehr aktiv an dem Renovierungsprozess teilgenommen. Durch Spenden von Gemeindegliedern konnten mehr als 70 Prozent der Kosten finanziert werden.

1.2 Kirchenmusik

Seit einigen Jahren wird die kirchenmusikalische Arbeit der Gemeinde durch den Ausschuss für Kirchenmusik begleitet, in dem neben dem hauptamtlichen Kirchenmusiker der Gemeinde und Mitgliedern des Presbyteriums auch Aktive der unterschiedlichen Chöre mitwirken. Durch diesen Austausch (ca. vier Mal jährlich) und die gemeinsame Planung ist eine gute und konstruktive kirchenmusikalische Arbeit in den Gottesdiensten und den weiteren kirchenmusikalischen Angeboten in der Region möglich. Ein besonderes Augenmerk gewinnt im Ausschuss die Frage, wie die Gottesdienstgestaltung so geschehen kann, dass unterschiedliche Musikvorlieben Berücksichtigung finden können und neues und altes Liedgut sich gut ergänzen können. Der Ausschuss koordiniert zudem den Einsatz der Chöre für die vielfältigen Gottesdienste an den unterschiedlichen Predigtstätten.

Nachdem über 20 Personen im September und Oktober 2016 an einem Gospelprojekt teilgenommen hatten, erlebte die Gemeinde am 30.Oktober 2016 in der St. Johannis-Kirche einen lebhaften Gospelgottesdienst. Inzwischen ist der „Gospelchor Rahden“ unter der Leitung von Andrea Priesmeier (Praxis Stimmart) zu einem wöchentlichen Angebot in der Christuskirche geworden und bereichert Gottesdienste an allen Predigtstätten.

Im Posaunenchor Rahden e.V. musizieren Bläserinnen und Bläser aller Altersgruppen (von 10 – 79 Jahren). Viele Beteiligte wirken mit großem Einsatz bei zahlreichen Terminen mit, aber leider fehlt uns - trotz vieler Ausbildungsangebote - der Nachwuchs. Von den fünf Jungbläsern, die im Berichtszeitraum angefangen haben, hat nur einer in den Posaunenchor gewechselt.

Erfreulicher ist die Situation beim Orgelnachwuchs. Von den drei Jugendlichen in Ausbildung spielen bereits zwei regelmäßig in Gottesdiensten an den Rahdener Predigtstätten. Auch konnten wir eine Klavierlehrerin gewinnen, sonntags die Orgel zu spielen. Somit hat sich die Vertretungssuche (für drei bis sechs Predigtstätten – je nach Kirchenjahreszeit) momentan relativ entspannt.

In der Kantorei hat es einige personelle Veränderungen gegeben, die sich positiv auf den Altersdurchschnitt ausgewirkt haben. Allerdings lassen sich noch immer keine männlichen Sänger finden.

Nachdem es seit dem Einbau einer neuen Heizung in der Kapelle Varl und durch die dadurch veränderten Raumklima-Bedingungen schon mehrfach zu Problemen mit der Orgel gekommen war, wurde sie im Frühjahr 2016 von der Orgelempore hinunter in den Altarraum versetzt. Infolgedessen musste auch die Kanzel umgebaut und verschoben werden. Die Gemeinde hat diese Veränderung gut angenommen, und die Probleme mit der Orgel scheinen so behoben zu sein.

Nach fast einem Jahr intensiver Suche konnte im Februar 2016 ein gebrauchtes Klavier für die Christuskirche Tonnenheide angeschafft werden, das inzwischen in zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen zum Einsatz gekommen ist. Gerade angesichts von Engpässen im Orgeldienst lassen sich eher Vertretungskräfte gewinnen, wenn „nur“ das Klavier den Gottesdienst begleitet.

Bei den Advents- und Weihnachtsfeiern 2016 kam erstmals ein neues Weihnachtsliederbuch zum Einsatz, das von der Gemeinde selbst zusammengetragen wurde und das nun in allen adventlichen und weihnachtlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten der Gemeinde genutzt werden kann.

1.3 Kultur

Im April 2015 hielt der Kunsthistoriker der EKvW, Dr. Ulrich Althöfer, einen gut besuchten Vortrag über den 600 Jahre alten Taufstein (1414) der St. Johannis-Kirche.

Der Weher Künstler Helmut Winkelmann schuf einen Kreuz- und Auferstehungsweg zu Texten von Jörg Zink. Die 15 Holztafeln laden inzwischen rund um die Auferstehungskirche zur Besinnung ein.

Die Kirchengemeinde pflegt weiterhin eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kulturverein KulTür, der sich auch in die Vorbereitung des Reformationsjubiläumsjahres einbringt. Erfreulicherweise beschränken sich die kulturellen Aktivitäten nicht auf das Rahdener Zentrum, sondern beziehen auch die Außendörfer ein. So fand im Januar 2015 das regelmäßig vom Heimatverein Wehe angebotene Kulturfrühstück im Anschluss an einen Gottesdienst in der Auferstehungskirche mit einer Lesung von Richterin Barbara Salesch statt. Im September 2016 begeisterte der Kirchenkabarettist Matthias Schlicht mit seinem Programm „Glaubenspfeffer“ ebenfalls in der Auferstehungskirche ein großes Publikum.

2. Seelsorge und Beratung

Das seelsorgliche Gespräch sowie die Beratung und Begleitung in schwierigen Lebensphasen ist eine zentrale Aufgabe der Kirchengemeinde. So gehört es immer noch zu den wesentlichen Diensten der Pfarrenden, die Gemeindeglieder zu Hause aufzusuchen und sie im familiären Zusammenhang zu begleiten. Es ist zu beobachten, dass insbesondere die Gespräche anlässlich von Kasualien in den letzten Jahren deutlich ausführlicher werden. Die Vorstellungen, Themen und Fragen, denen sich die Pfarrenden gegenüber sehen, sind komplexer geworden; es muss – oft mit viel Fingerspitzengefühl – auf unterschiedlichste Ansichten und Bedürfnisse eingegangen werden. Auch die Gestaltung der Kasualien muss stärker an die individuellen Wünsche der Betroffenen angepasst werden. Oft ist die Bedeutung von Riten und liturgischen Elementen nicht mehr bekannt und bedarf der Erläuterung. Besondere liturgische Gestaltungsformen, spezielle Musikauswahl und persönliche Beiträge zum Gottesdienst werden öfter gewünscht und stellen Liturgen, Kirchenmusiker und andere damit Betraute oftmals vor Herausforderungen. Manchmal sind, insbesondere bei Trauungen, auch mehrere Gespräche nötig um allen Anforderungen gerecht zu werden. So erhöht sich deutlich der Aufwand, der für die einzelnen Kasualien geleistet werden muss.

Da immer häufiger Beerdigungstermine an Samstagen gewünscht werden, die zugleich schon von anderen Gemeindeterminen belegt sind, verabreden die Pfarrerinnen und Pfarrer seit 2015 eine wechselnde Dienstbereitschaft.

Ein erheblicher Teil an Seelsorge und geistlicher Begleitung geschieht im Bereich der Altenheimseelsorge. Im Gebiet der Kirchengemeinde gibt es verschiedene, von privaten Trägern geführte Einrichtungen für Menschen, die nicht mehr selbständig leben können bzw. wollen. So gibt es zwei Häuser mit Betreutem Wohnen (25 bzw. 54 Wohneinheiten) und vier Alten- und Pflegeheime (20, 40, 67, 103 Wohnplätze), in denen Menschen mit sehr unterschiedlichen körperlichen und/oder psychischen Einschränkungen leben. In allen Einrichtungen sowie der Tagespflege ‚Arche‘ (20 Plätze) werden regelmäßig Bibelstunden und Gottesdienste angeboten, werden die Bewohner besucht und begleitet. Diese Begleitung findet zum Teil auch durch Ehrenamtliche des Hospizkreises statt – als sog. Lebensbegleitung, vor allem aber als Sterbebegleitung. Der Hospizkreis ist in den vergangenen Jahren langsam aber stetig gewachsen. Inzwischen gibt es etwa zwölf Aktive, die ambulante Betreuung in den Heimen und im häuslichen Bereich übernehmen.

3. Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung

3.1 Diakonie

Die diakonische Verantwortung unserer Kirchengemeinde vollzieht sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern:

Seit Jahren besteht ein gutes und intensives Miteinander mit dem Haus Aleida. Die Begegnungen in der Stadt mit Bewohnern und Mitarbeitenden, die gemeinsamen Veranstaltungen, besonders die Andachten nach dem Glockenläuten an jedem Donnerstag in den Wintermonaten, der Weihnachtsgottesdienst und viele andere Gelegenheiten zeigen, dass die Integration dieser diakonischen Einrichtung in den Ort und in die Kirchengemeinde gut gelungen ist.

An jedem Donnerstag ist das ev. Gemeindehaus am Kirchplatz der Treffpunkt für Menschen, die nicht nur die Dienste der bbecker Land Tafel in Anspruch nehmen, sondern dort einen Ort der menschlichen Zuwendung, der Begegnung und des Austausches finden. Hoch engagierte Ehrenamtliche, zum großen Teil mit enger Bindung an die Kirchengemeinde, übernehmen mit großer Zuverlässigkeit die anfallenden Aufgaben. Zu den regelmäßigen Mitarbeitendenrunden ist der Ortspfarrer ein willkommener Gast, nicht nur um die notwendigen Absprachen für die Nutzung des Gemeindehauses zu regeln. Nicht selten werden bei den kirchlichen Hausbesuchen Spenden für die Aufgaben der Tafel überreicht.

Das YMCA CaféInternational hat sich seit Beginn im November 2014 als fester Treffpunkt für Ehrenamtliche und Geflüchtete etabliert. Es ist dienstags nachmittags und mittwochs abends geöffnet. Zusätzlich gibt es freitags nachmittags einen offenen Treffpunkt für Flüchtlingskinder bis 15 Jahre und alle 14 Tage treffen sich am Donnerstagabend Männer aus Syrien zu einem Spieleabend. Zu den Öffnungszeiten des YMCA Café international kommen in der Regel auch jugendliche OT-Besucher, und auch die Zeiten der Offenen Tür des CVJM werden von vielen jüngeren Geflüchteten besucht. So bringen gerade junge Geflüchtete auch ihre deutschen Klassenkameraden und Freunde mit in die Einrichtung.

Der Präventionsrat nutzt die Räume des ev. Gemeindehauses für die Treffen der verschiedenen Arbeitsgruppen sowie für Fortbildungs- und Infoveranstaltungen für Ehrenamtliche. Besonders im Bereich Integration/Asyl ist die Zusammenarbeit zwischen Präventionsrat, ev. Kirchengemeinde und CVJM sehr intensiv und verläuft wegen der guten Vernetzung reibungslos. Einzelne Mitglieder der kath. Kirchengemeinde, der Gemeinschaft Bibeltreuer Christen, der CG Varlheide und der Ev. Freikirchl. Brüdergemeinde Rahden halten im Bereich der Flüchtlingshilfe guten Kontakt zum Präventionsrat und dem CVJM, hier besonders in der Betreuung von einzelnen Geflüchteten, dem Treffen der Frauen im kath. Gemeindehaus, im Bereich der Fußballarbeit und bei besonderen Aktionen und Veranstaltungen.

Im Jugendkeller finden Deutschkurse für Geflüchtete statt, die vom Präventionsrat organisiert und von Ehrenamtlichen geleitet werden. Lehr- und Lernmittel werden aus den Mitteln der Stadt Rahden finanziert, die Räume stellt die ev. Kirchengemeinde zur Verfügung. Das Angebot an Deutschkursen passt sich flexibel dem aktuellen Bedarf an, wobei für die Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive die Chance auf eine zeitnahe Teilnahme an einem offiziellen Sprach- und Integrationskurs immer größer wird. Aktuell gibt es im Gemeindehaus einen Alphabetisierungskurs, einen Fortgeschrittenenkurs und mehrere Lerngruppen und Gesprächskreise, die aus ehemaligen Deutschkursen entstanden sind. Bei den Kursen stehen Alltagsthemen, die Gemeinschaft und die Förderung der einzelnen Teilnehmer im Mittelpunkt und nicht der messbare Lernerfolg. Außerdem trifft sich jeden Samstag eine Kindergruppe, die von einigen Frauen aus Syrien muttersprachlichen Unterricht in Arabisch erhalten.

Die Fahrradwerkstatt musste nach dem Abriss des Carports im Herbst 2016 in eine Garage in der Nähe des Rathauses umziehen. Dies ist aber nur eine vorübergehende Lösung, da das Gebäude für diesen Zweck nicht dauerhaft zur Verfügung stehen wird. Sowohl die Ehrenamtlichen in der Fahrradwerkstatt wie auch die Geflüchteten wünschen sich, dass die Fahrradwerkstatt wieder zurück zum Gemeindehaus kommt.

Einige Besucher des YMCA Café helfen bei den verschiedenen traditionellen Aktionen und Veranstaltungen des CVJM und der ev. Kirchengemeinde mit. Ob beim Auf- oder Abbau oder Catering - es ist ein selbstverständliches Miteinander geworden, wobei der Glaube keine trennende Rolle spielt, aber immer wieder Thema für Gespräche ist.

Auch Geflüchtete, die keinen Kontakt zum Café suchen, kommen wegen des offenen WLANs zum Gemeindehaus. Der CVJM hält an diesem Angebot seit Öffnung des YMCA Café fest, um allen den Zugang zu Informationen und den Kontakt zu ihren Familien zu erleichtern.

Wegen der besonderen Situation der geflüchteten Menschen, die zum YMCA Café kommen, ist es wichtig, dass die ehrenamtlich Mitarbeitenden individuell und flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse reagieren können. Genauso wichtig ist es für die Ehrenamtlichen, sich auszutauschen und gerade bei schwierigen Erlebnissen kompetente Ansprechpartner zu finden.

3.2 Gesellschaftliche Verantwortung

Die Rahdener St. Johannis-Kirche liegt im Zentrum des Ortes und der Kirchplatz ist ein beliebter Treffpunkt. Die Stadt Rahden hat im Rahmen der Innenstadtsanierung den Wunsch geäußert, dass der Platz um die Kirche auch saniert werden sollte. Über dieses Vorhaben gibt es einen regen Austausch zwischen Stadt und Kirchengemeinde, der auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die Kirchengemeinde hat gegenüber der Stadt Rahden deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie sich zwar nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung des Platzes ausspricht, sich aber nicht finanziell an diesem Projekt beteiligen wird, da andere bauliche Aufgaben (Sanierung der Kirche, Umbau und Sanierung des Gemeindehauses etc.) sämtliche finanziellen Mittel binden. Aufgrund dieser Aussage hat die Stadt Rahden erklärt, dass sie weiterhin die Sanierung und Umgestaltung des Kirchplatzes möchte, aber nicht von einer finanziellen Beteiligung der Kirchengemeinde ausgeht. Die Pläne für die Umgestaltung des Platzes sind aber noch nicht beschlossen und von der Kirchengemeinde genehmigt, da es unter anderem um den Erhalt der Bäume geht. Es besteht jedoch von Seiten der Stadt Rahden Handlungsdruck, da die notwendigen Zuschüsse nur zeitlich begrenzt zur Verfügung stehen. Im Jahr 2017 müssten daher die Maßnahmen eingeleitet werden.

Der örtliche Gewerbebund organisiert jährlich am ersten Adventswochenende einen Weihnachtsmarkt, der nach Abschluss der Turmsanierung nun wieder an der St. Johannis-Kirche stattfindet. Die Kirchengemeinde stellt die Fläche um die Kirche zu Verfügung und beteiligt sich durch musikalische Beiträge an der Gestaltung des Bühnenprogramms. Während des Weihnachtsmarktes 2016 war auch die Kirche für Besucher geöffnet, unter anderem um die vom CVJM-Rahden organisierte Ausstellung zum Thema „Frieden“ zu zeigen.

4. Mission und Ökumene

Die Evangelische Gemeinschaft Rahden gehört weiterhin zum Westfälischen Gemeinschaftsverband. Ab Ende April 2016 hat Prediger Messinger seinen Dienst beendet. Die Gemeinschaft bittet jetzt verschiedene Prediger zum Besuch. Die Verlegung der Zusammenkunft vom Sonntagnachmittag auf den frühen Freitagabend hat sich als gut und richtig erwiesen und soll beibehalten werden. Als Hauskreise treffen sich monatlich ein Frühstückskreis sowie vierzehntäglich je ein Kreis für Ältere und ein Bibelhauskreis.

Der Gottesdienst zum Weltgebetstag ist (neben vereinzelten Kasualien) der stärkste Berührungspunkt zwischen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde in Rahden. Mit kreativem Engagement bereiten Pfarrerinnen und ehrenamtliche Frauen jährlich einen lebendigen Gottesdienst für ca. 120 Frauen vor. Das anschließende Kaffeetrinken wird als Gelegenheit zur Begegnung christlicher Frauen in Rahden hoch geschätzt.

Axel Griepenstroh leitet die Weltdienstarbeit, pflegt den Kontakt nach Sierra Leone und ist Arbeitskreis-Vorsitzender des CVJM-Westbundes in Wuppertal. Fritz Pawelzik, dessen Vortrag im Gemeindehaus Rahden in den 1980ern den Anstoß für die Partnerschaftsarbeit gab, ist im Februar 2015 gestorben.

Über die Absage des Besuchs aus Sierra Leone und die Folgen der Ebola-Epidemie im Lande ist bereits im vergangenen Jahresbericht informiert worden. Der CVJM Rahden hat seine regelmäßigen Zahlungen auch während der Krise aufrechterhalten. Neben den Gehältern haben wir durch finanzielle Mittel eine Versorgung mit Reis unterstützt, sowie eine Aufklärungskampagne des Vereins, in der auch Hygieneartikel verteilt wurden. Erfolgreich konnte wieder in beiden Berichtsjahren bei der Weihnachtsbaumaktion und beim Café für Bo für unsere Projekte gesammelt werden. Die Projekte vor Ort konnten während der Ebola-Epidemie nicht stattfinden, da auch der Partnerverein von der Ausgangssperre betroffen war. Ab April 2016 konnte langsam wieder eine aktive Arbeit stattfinden. Neben der Ausbildung zur Friseurin, Schneiderin und Färber entwickelte sich ein Cateringservice, der die Schüler zu Köchen ausbildet. Die Vereinsarbeit mit Kinder- und Jugendgruppen läuft weiterhin gut und wird gerne angenommen. Mit der Gottesdienstkollekte und weiteren Spenden konnte der CVJM-Rahden seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Nachdem die sierra-leonische Regierung im Jahr 2016 ein gesetzliches Grundeinkommen beschlossen hat, hat der CVJM-Rahden die Quartalsüberweisungen entsprechend erhöht. Der CVJM Rahden zahlt zwei Gehälter im Verein.

Der Kontakt zu unserem Partnerverein ist durch die Ebola-Epidemie im Berichtszeitraum schlecht gewesen. Im YMCA Bo hat es zwischenzeitlich zwei Neuwahlen gegeben und die Vorstandsmitglieder sind uns nicht persönlich bekannt. So machte es uns Sorge, dass wir wenig Verbindung zum Verein haben. Der Besuch zweier Delegierter des CVJM Rahden im Januar 2017 in Sierra Leone lässt aber auf eine fruchtbare Fortsetzung der Partnerschaft hoffen.

5. Bildung und Erziehung

5.1 Kindergärten

Die drei evangelischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich als Teil der Kirchengemeinde Rahden und nehmen, begleitet von Pfarrer Mettenbrink, aktiv am Gemeindeleben teil. Neben den monatlichen Kindergartenandachten der einzelnen Einrichtungen und dem Weihnachtsgottesdienst mit Eltern ist der gemeinsame Familiengottesdienst im Februar in der St. Johannis-Kirche ein Höhepunkt im Kindergartenjahr. Im Jahr 2015 stand dieser Gottesdienst unter dem Thema „Mit Jesus essen und trinken“, wobei die Kinder bereits in den Einrichtungen auf ihre erste bewusste Teilnahme am Abendmahl vorbereitet worden waren. Im Jahr 2016 hieß der Gottesdienst „Miteinander – Füreinander“ und begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindehaus, das Flüchtlingsfamilien, Kindergarteneltern und Gemeindeglieder an einen Tisch brachte. Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme der Vorschulkinder am Liederfest des Kirchenkreises, das unter Leitung von Kreiskantor Grube in der Martinskirche Espelkamp stattfand.

Die Belegung aller drei Kindergärten ist gut und kann z.T. die Nachfrage nicht decken (Bärenhöhle 63 Kinder, davon zwei U2 und neun U3; Sonnenstrahl 98 Kinder, davon 12 U3; Löwenzahn 87 Kinder, davon 15 U3 und sieben integrativ; sechs Kinder stammen aus Flüchtlingsfamilien). Im Herbst 2016 wurden die Kindertageseinrichtungen des Familienzentrums rezertifiziert. Die Mitarbeiterinnen aller Einrichtungen nahmen an einer Fortbildung „Alltagsintegrierte Sprachförderung“ teil. Die Umsetzung des Qualitätsmanagements in der alltäglichen Arbeit bedeutet für alle Mitarbeiterinnen eine große Herausforderung. Im Kindergarten Löwenzahn waren darüber hinaus umfangreiche Sanierungsmaßnahmen (Flachdach, Schallschutz in Gruppenräumen) zu bewältigen. Im Kindergarten Sonnenstrahl konnten 2016 zwei Mitarbeiterinnen ihr 25-jähriges Dienstjubiläum begehen.

In den DRK-Kindergärten Flohkiste (Tonnenheide) und Zwergenhaus (Wehe) gibt es seit August 2015 (Tonnenheide) bzw. August 2016 (Wehe) das religionspädagogische Angebot „Geschichtenland“. Zusätzlich zu den jährlichen Taufkursen im April/Mai erzählt die Pfarrerin je einmal monatlich den Schulanfängern biblische Geschichten. Mithilfe von Legematerial, Kamishibai (Erzähltheater) etc. begegnen viele Fünfjährige so erstmals zentralen Erzählungen des Alten und Neuen Testaments. Die Tatsache, dass fast alle Kinder im letzten Kindergartenjahr zu diesem Projekt angemeldet werden, zeigt, dass auch und gerade in einer nichtkirchlichen Einrichtung Eltern dankbar sind für Angebote der religiösen Früherziehung.

5.2 Arbeit mit Kindern

Jeweils in einer Woche der Herbstferien bietet die Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit Jugendarbeit und Kirchenmusik eine Kinderbibelwoche an, die alle zwei Jahre als Kindermusical gestaltet wird. Im Oktober 2015 hieß das Thema der Kinderbibelwoche: „Servus, Paulus!“, und Höhepunkt der Woche war eine „Missionsreise“ über den Dümmer See. Im Oktober 2016 wurde das Musical „Mose, ein echt cooler Retter“ eingeübt und abschließend in der St. Johannis-Kirche vor einem begeisterten Publikum aufgeführt.

Diese Angebote sind umso wichtiger, als der Kindergottesdienst an den Predigtstätten überwiegend vom Katechumenenjahrgang besucht wird. Im Bezirk Ost hat sich alternativ dazu seit vielen Jahren eine monatliche Kinderkirche samstags sowie eine monatliche Kat’chu-Kirche sonntags etabliert.

5.3 Zusammenarbeit mit Schulen / Schulgottesdienste

In Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Schulen werden im Laufe jedes Jahres zehn Schulgottesdienste gefeiert (sechs mit den Grundschulen, je einer mit Realschule und Sekundarschule, zwei mit Gymnasium), zu denen oft auch die Familien eingeladen sind. Damit wird eine Generation erreicht, die in unserem gottesdienstlichen Angebot ansonsten kaum vorkommt, weshalb die Vorbereitung dieser Gottesdienste alle Mühe wert ist.

5.4 Konfirmandenarbeit

In der Konfirmandenarbeit haben wir es immer noch mit starken Jahrgängen zu tun. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Kinder in der Regel kaum eine Vorstellung von Gemeindearbeit haben. Seit Sommer 2016 arbeitet eine kleine Gruppe Hauptamtlicher deshalb an einem Praxisprojekt, dass Jugendlichen im 2.KU-Jahr Erfahrungen in unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Gemeinde ermöglichen will. Das Projekt soll im Herbst 2017 erstmals durchgeführt werden.

6. Leitung und Verwaltung (mit Öffentlichkeitsarbeit)

6.1 Mitarbeitende

Das Jahr 2016 brachte in unserer Kirchengemeinde eine Reihe von personellen Veränderungen:

Bei den Wahlen zum Presbyterium gab es leider auch in der Kirchengemeinde Rahden keine echte Wahl, jedoch konnten fast alle vakant gewordenen Sitze wiederbesetzt werden. Mit großer Dankbarkeit für die lange und intensive Mitarbeit verabschiedete die Gemeinde im März 2016 Karin Röse, Annegret Schinke, Kirsten Rehling, Harald Stratmann und Kevin Piel aus ihrem Dienst im Presbyterium. Als neue Mitglieder konnten Ina Kottenbrink, Ilka Lorenschat, Friederike Michl und Angela Wiegel begrüßt werden. Eine Stelle in Rahden-West blieb trotz intensiver Bemühungen unbesetzt.

Im März 2016 beendete Mareike Heidenreich nach 2 ½ Jahren ihr Vikariat unter dem Mentorat von Micaela Strunk-Rohrbeck. Sie schloss ein einjähriges Sondervikariat beim WDR in Köln an, wird aber hoffentlich mittelfristig in die Praxis der Gemeindearbeit zurückkehren.

Im September 2016 hat der Theologiestudent Christopher Hirt aus Münster bei Pfarrer Schulte ein Gemeindepraktikum absolviert. Er hat viele Einblicke in den Alltag eines Pfarrers erhalten, sowohl bei Besuchen und Gesprächen, als auch bei Vorbereitung und Durchführung von Gottesdiensten und Amtshandlungen, insbesondere auch bei Trauerfeiern. Es ist eine für beide Seiten bereichernde Erfahrung, wenn junge Menschen interessiert beobachten, Fragen stellen und die Gemeinde aus ihrem Blickwinkel betrachten.

Nachdem Irmgard Bruhn sich nach achtjähriger Tätigkeit im Gemeindebüro und Gemeindehaus Rahden im Sommer 2016 beruflich neu orientiert hat, wurde ihr Arbeitsbereich auf zwei Stellen neu aufgeteilt. Seit November 2016 arbeitet Sandra Sporleder als Hausmeisterin im Gemeindehaus Rahden. Als zukünftige Vertretungskraft im Gemeindebüro (ab Januar 2017)konnte Verena Krüger gewonnen werden.

Nachdem die langjährige Küsterin Helga Lichtenstein noch viele Jahre lang ehrenamtlich in und an der Auferstehungskirche Wehe präsent war, legte sie die Verantwortung für die Außenanlagen ab Oktober 2016 in die Hände ihres Sohnes Martin Lichtenstein. Als sie am 5.3.2016 überraschend im Alter von 81 Jahren verstarb, nahmen viele Gemeindeglieder in großer Dankbarkeit von ihr Abschied.

Am 8.11.2016 verstarb Pfarrer Körling Lansky nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren. Auch nach seinem fast 35-jährigen Dienst als Gemeindepfarrer in Rahden-Mitte hatte er regelmäßig Vertretungsdienste in Gemeinde und Kirchenkreis übernommen und war mit seinen Gemeindegliedern eng verbunden geblieben. In einer bewegenden Trauerfeier in der St. Johannis-Kirche nahmen mehrere hundert Menschen von ihm Abschied.

6.2 Gebäude

Das Gemeindehaus in Rahden steht seit 50 Jahren und bietet vielen Menschen und Gruppen ein gemeindliches Zuhause. Allerdings ist in den vergangenen Jahrzehnten stets sehr zurückhaltend und sparsam mit der Gebäudeunterhaltung umgegangen worden. Nun steht eine dringend nötige Renovierung im Fokus der gemeindlichen Überlegungen. Zur Vorbereitung wurde die derzeitige Raumnutzung dargestellt und der künftige Raumbedarf ermittelt, um den Umfang der Sanierung zielgerichtet umsetzen zu können. Leider konnten die Pläne noch nicht weiter verfolgt werden, da im September 2016 beim Bellen des Öltanks eine größere Menge Heizöl vergossen wurde und sowohl die Wände des Gebäudes als auch der Boden um das Gemeindehaus stark verschmutzt wurden. Die Behebung der Schäden ist sehr aufwendig und wird voraussichtlich bis zum Sommer 2017 andauern, da der Umfang der Belastung durch das vergossene Öl größer ist als ursprünglich vermutet.

Nach Untersuchung durch eine Energieberaterin sind in der Christuskirche Tonnenheide verschiedene Dämmmaßnahmen (an den Fenstern und in den Heizkörpernischen) vorgenommen worden. Im Zuge dieser Arbeiten hat der Gottesdienstraum außerdem einen neuen Anstrich erhalten.

Der lange geplante behindertengerechte Umbau der Toilettenanlage in der Auferstehungskirche Wehe konnte im Herbst 2015 mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher relativ preisgünstig umgesetzt werden.

Im Paul-Gerhardt-Haus sind die nach 25 Jahren notwendigen Ausbesserungs-und Malerarbeiten durchgeführt worden.

Die Kirchengemeinde Rahden vermietet in zwei großen Häusern Wohnungen. Der mit der Vermietung verbundene Aufwand ist für Ehrenamtliche und Hauptamtliche der Gemeinde erheblich. Die Gemeinde ist befremdet darüber, dass ein hoher Prozentsatz der eingenommenen Gelder für die Mieten an die Finanzgemeinschaft abgeführt wird, ohne dass ausreichende Rückstellungen für die regelmäßig anfallenden Renovierungsarbeiten in den Häusern vorgenommen worden sind. Dieses Vorgehen sollte in kreiskirchlichen Gremien dringend überdacht werden!

6.3 Öffentlichkeitsarbeit

Die Fundraising-AG hat erhebliche Mühe in die Entwicklung eines Gemeindelogos investiert, ohne zu einem befriedigenden Abschluss zu kommen. Es konnte jedoch immerhin ein neues Brieflayout eingeführt werden, dass der gesamten Korrespondenz der Kirchengemeinde ein einheitliches Aussehen verleiht.

Das „Gemeinde-Echo“ hat sich inzwischen als Informationsquelle für Gemeindeglieder etabliert. Es bietet dreimal im Jahr einen Überblick über aktuelle Themen der Rahdener Kirchengemeinde, informiert über anstehende Termine und lädt zur Teilnahme am Gemeindeleben ein.

Die Gemeinde-Homepage wächst seit Jahren in ihrer Bedeutung als Informationsforum der Gemeinde, denn sie bietet auch zwischen den Erscheinungsterminen des „Gemeinde-Echos“ aktuelle Informationen, die jederzeit für Interessierte – auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus- abrufbar sind. Die Zahl der Nutzer, die im Berichtszeitraum die Homepage mindestens 9x besucht haben, stieg weiter leicht an auf 1206 Nutzer im Jahr 2016. Das zeigt, wie gut die Homepage inzwischen als Informationsquelle eingeführt ist. Der durchschnittliche Nutzer ist zwischen 25 und 34 Jahre alt (bei Jüngeren nimmt die Zahl der Nutzer immer mehr ab), männlich (ca. 55 %) und sportlich. Die Hälfte aller Nutzer wählt sich über einen PC ein, bei den übrigen nimmt der Anteil der Smartphone-Anfragen auf Kosten des Tablets kräftig zu (von 6460 Nutzern 2015 auf 9107 Nutzern 2016). Die höchste Anzahl an Nutzern pro Tag hat die Seite an Heiligabend auf der Suche nach Gottesdienst-Informationen erreicht (2015 waren es 205, 2016 waren es 216), gefolgt von den Konfirmationen und der Kinderbibelwoche. Übers Jahr verteilt sind die Seiten mit den aktuellen Meldungen am beliebtesten, gefolgt von der Konfirmandengalerie und den Gottesdienst-Terminen. War die Homepage in den ersten Jahren eine „Ergänzung“ zum Gemeindebrief, hat sie sich, wie die Zahlen zeigen, vor allem bei Gemeindegliedern von 25 bis 60 Jahren, als mindestens gleichwertiges Medium etabliert.

Die Offene Kirche hatte an ca. 110 Tagen vom 3. Mai bis zum 1. Oktober 2016 jeweils von dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Dienst der zurzeit 17 Ehrenamtlichen wird jeweils in 2-Stunden-Blöcken übernommen, so dass durchschnittlich 30 Stunden pro Person abgedeckt werden. Dankbar sind wir für die geleistete Arbeit und die vielen guten und wichtigen Kontakte, die in dieser Zeit entstanden sind, gerade auch mit Menschen, die mit Kirche und Gemeinde häufig wenig in Kontakt kommen.

Die Öffnungszeiten der St. Johannis-Kirche werden durch wechselnde Ausstellungen bereichert. Für mehrere Wochen waren zehn Bilder des Kirchenmalers Heinrich Beerhorst (1891-1974) aus Rahden zu betrachten, der das Leben in Kirche und Gesellschaft aus vergangenen Zeiten auf sehr anschauliche Weise festgehalten hat.

Die Ortsheimatpfleger aus den Rahdener Ortsschaften hatten für das Jubiläum des Museumshofes zudem die alten Kirchwege wieder entdeckt, auf denen in vergangener Zeit die Menschen zum Teil weite Wege hinter sich gebracht haben, um den Gottesdienst in Rahden zu besuchen. Auf einer großen Karte waren in der Kirche die Streckenverläufe zu besichtigen. Die alten Kirchwege wurden für den Gottesdienst am Jubiläumssonntag im Museumshof nochmals genutzt, um gemeinsam aus den Außenorten Rahdens zum Gottesdienst zu gehen.

6.4 Inhaltliche Arbeit

Wenn wir auf die Zukunft von Kirche und Gemeinde blicken, dann liegt der Fokus meist auf den Sorgen und Problemen, die sich bei geringer werdenden Gemeindegliederzahlen und Finanzen ergeben. Diese defizitorientierte Sichtweise braucht aber die Ergänzung durch ein mutiges und konstruktives Nach-Vorne-Schauen. Deshalb haben wir auf Initiative von Pfarrer Udo Schulte zu einem Gemeindeseminar „Gottes Schätze heben“ am 23. und 24. September 2016 eingeladen. Viele engagierte Gemeindeglieder wurden persönlich angeschrieben, zugleich wurde auch öffentlich dazu eingeladen. So kamen etwa 35 Personen zum Seminar, das von Freitagabend bis Samstagnachmittag stattfand. Unter der einfühlsamen Leitung von Pfarrer Kuno Klinkenborg vom Amt für missionarische Dienste (Dortmund) befassten wir uns mit den Themen, die ein kleines Team schon vorher ausgewählt hatte:

Gottesdienst – einladend und ausstrahlend

Miteinander – lebendig und Geist-reich

Kinder und Jugend – mutig und fantasievoll

Wir haben uns gegenseitig gute Geschichten erzählt von Erfahrungen mit Kirche und Gemeinde. Wir haben das Beste für die Zukunft unserer Gemeinde „erträumt“ und anschließend konkrete Schritte für die nächsten Jahre entwickelt. Wir haben miteinander eine gute Atmosphäre erlebt, in der die Lust an der Fortentwicklung der Gemeindearbeit gestiegen ist. Zum Schluss haben wir sechs Teams gebildet, die an folgenden Themen und Projekten weiterarbeiten:

Jugendgottesdienste: Zwei „Churchnights“ werden im Jahr 2017 durchgeführt.

Im Jahr 2017 sollen mindestens zwei Gottesdienste pro Außenbezirk einen besonderen musikalischen Akzent haben. Der kirchenmusikalische Ausschuss hat das bereits in eine gute Planung umgesetzt.

Im Frühjahr 2018 soll es wieder einen Grundkurs des Glaubens geben.

Alle zwei Jahre soll es eine Veranstaltung für Mitarbeitende aus allen Bezirken unserer Kirchengemeinde geben, bei der Dank für die Mitarbeit, Zurüstung, Wertschätzung und Information im Mittelpunkt stehen.

Es soll wieder ein Gemeindefest geben, und zwar im Jahr 2018. Zuvor wird ein Gemeindefest aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Paul-Gerhardt-Hauses im September 2017 gefeiert.

Unter dem Thema „Gemeinsam Gottes Liebe feiern“ sollen vier zentrale besondere Gottesdienste im Reformations-Jubiläumsjahr an verschiedenen Orten unserer Region gefeiert werden, die von verschiedenen Gruppen gestaltet werden.

Gemeindebericht 2013-2014

der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden

Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen.

In den Jahren 2013 und 2014 befasste sich das Presbyterium verstärkt mit strukturellen und konzeptionellen Fragen. Auslöser war im Sommer 2013 die Bewerbung von Pfr. Thünemann auf eine Stelle als Gefängnisseelsorger in der JVA Herford. Um (angesichts der landeskirchlichen Vorgabe von zukünftig 3.000 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle) eine Stellenfreigabe zu erreichen, wurde nach intensiven Beratungen eine Verschiebung der Bezirksgrenzen vorgenommen: Die vormals auf zwei Bezirke aufgeteilte Ortschaft Kleinendorf wurde „wiedervereinigt“ und um die bisher von Pfr. Thünemann betreuten Gemeindeglieder der Ortschaft Rahden ergänzt, um einen Dienstumfang von 100% zu erzielen. Außerdem wurde das Presbyterium der Kirchengemeinde Pr. Ströhen in die Beratungen einbezogen und die funktional konzipierte pfarramtliche Verbindung bestätigt. Nach Erfüllung dieser Voraussetzungen wurde die Pfarrstelle Rahden-Mitte im Oktober 2013 vom KSV freigegeben und zum 1.12.2013 ausgeschrieben.

Am 27.Oktober 2013 wurde Pfarrer Stefan Thünemann nach fast 14-jähriger Tätigkeit in der Kirchengemeinde Rahden in einem bewegenden Gottesdienst verabschiedet. Der anschließende Empfang zeigte eindrucksvoll die innige Verbundenheit vieler Gemeindeglieder mit ihrem Seelsorger und die große Wertschätzung, die er auch über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus genoss.

In der nun folgenden Vakanzzeit wurde die „pastorale Grundversorgung“ (Gottesdienste, Amtshandlungen, Konfirmandenarbeit) in Rahden-Mitte vor allem von Pfarrer Meiners und Pfarrerin Grau-Wahle aufrechterhalten. Gleichzeitig brachten verstärkt Ehrenamtliche ihre Gaben in das Gemeindeleben ein.

Die Tatsache, dass nach der ersten Ausschreibung kein Wahlverfahren eingeleitet werden konnte und die Stelle im März 2014 erneut ausgeschrieben werden musste, bedeutete zunächst eine schmerzliche Verzögerung. Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass die letztlich 10 Monate währende Vakanz für Presbyterium und Gemeinde auch die Chance der Selbstbesinnung und der Neuorientierung bot.

Mit dem Iserlohner Pfarrer Udo Schulte konnte am 7.September 2014 ein erfahrener Kollege eingeführt werden, der sich bereits während des Wahlverfahrens deutliche Sympathien bei den Gemeindegliedern erworben hatte. Die Teilnahme zahlreicher Menschen aus seinen früheren Wirkungskreisen am Einführungsgottesdienst und am Empfang dokumentierte nachdrücklich seine vielfältigen Aktivitäten und seine Wurzeln in einem lebendigen Gemeindeleben.

Mit Abschluss der Pfarrwahl fühlen sich Presbyterium und Gemeinde gut aufgestellt für die kommenden Herausforderungen.

Die jährlichen Treffen mit dem Presbyterium Pr. Ströhen stärken darüber hinaus den Zusammenhalt in der Region.

Ein Wermutstropfen im Rahdener Gemeindeleben ist der sprunghafte Anstieg der Kirchenaustritte besonders im Jahr 2014. Er ist wohl vor allem auf die misslungene Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Einzugsverfahren für die Kapitalertragssteuer zurückzuführen.

Wir sind offen und einladend.

Öffentlichkeitsarbeit, einladende Räumlichkeiten und Angebote auch für Menschen abseits der „Kerngemeinde“ sind wichtige Faktoren für eine einladende Gemeinde.

Ein wichtiger Ort für die Kommunikation der Gemeinde ist das Gemeindebüro. Bei Kerstin Wenzel, Irmgard Bruhn und Petra Schröder, den Mitarbeiterinnen des Büros, finden Menschen ein offenes Ohr und über deren Vermittlung in der Regel auch den richtigen Ansprechpartner für ihr Anliegen.

Das „Gemeinde-Echo“ und die Homepage www.kirchengemeinde-rahden.de haben sich inzwischen als wichtige Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit etabliert. Die Gemeinde rechnet mit dem Erscheinen des „Gemeinde-Echos“ und fragt nach, wenn es einmal Probleme mit dem Austragen gibt. Genauere Erkenntnisse über das Leserverhalten lassen sich nicht gewinnen. Es lässt sich aber feststellen, dass die Zahl derer, die sich über die Homepage regelmäßig über Aktuelles aus dem Gemeindeleben informieren, deutlich gewachsen ist. Waren es Anfang 2013 durchschnittlich 200 Zugriffe pro Woche, hat sich diese Zahl im Laufe des Jahres 2014 auf durchschnittlich fast 400 Zugriffe pro Woche verdoppelt. Spitzenwerte werden zu Weihnachten (Gottesdienstzeiten zu Heiligabend) erzielt, neuerdings auch im Zusammenhang mit Kinderbibelwochen und Konfirmationen. Es gibt inzwischen ca. 2500 Nutzer, die die Seite öfter als achtmal aufgerufen haben.

Eine große Herausforderung kam im Berichtszeitraum mit der Sanierung des Kirchturms der St. Johannis-Kirche auf die Kirchengemeinde zu. Mit der Einrüstung des Turms und einer Info-Veranstaltung mit Architekt Rohrberg begannen die Baumaßnahmen im März 2013. Die Schieferschindeln wurden komplett abgetragen, die schadhaften Teile der Holzkonstruktion erneuert bzw. ersetzt und das Mauerwerk des Turmschaftes saniert. Im Rahmen dieser Arbeiten konnten Vorrichtungen eingebaut werden, die es Interessierten ermöglichen, den Turm bis auf die Höhe über den Glocken zu besteigen und von dort durch schmale Sichtschlitze die Aussicht über Rahden zu genießen. Im Herbst 2013 konnte bereits das sanierte Dach mit neuen Schieferschindeln eingedeckt werden, anschließend wurden schadhafte Stellen im Putz erneuert; zum Schluss wurde der neu verputzte Turmschaft angestrichen. Am 6. Juli 2014 konnte die Gemeinde erstmals wieder durch den Turmeingang die Kirche betreten, um dort die Baumaßnahmen mit einem fröhlichen Dankgottesdienst abzuschließen. In diesem Gottesdienst wurde auch den Menschen gedankt, die für das Gelingen der Baumaßnahme besonders wichtig waren: Architekt Günther Rohrberg vom Büro Schriek & Rohrberg, Dieter Drunagel von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Rahden, Verwaltungsleiterin Elisabeth Halwe-Grote vom Kirchenkreis Lübbecke, Fotograf Winfried Hedrich sowie Kirchmeisterin Sonja Wiebke und Presbyterin Brunhilde Meier.

Im Frühjahr nahm die vom Presbyterium neu eingerichtete Fundraising-AG ihre Arbeit auf. Ziel der Bemühungen dieses Ausschusses war, einen Teil der für die Turmsanierung veranschlagten Kosten in Höhe von 600.000 Euro durch Spenden- und sonstige Gemeindeaktionen zu erwirtschaften. So wurde z.B. ein Info-Stand auf dem Stadtfest im Juni 2013 eingerichtet, es gab Spendenaufrufe, Sammlungen mit Spendendosen sowie einen Spendenbrief. Auch beim Trödelmarkt war das Presbyterium wieder mit einem Stand dabei. Insgesamt konnten im Jahr 2013 über 60.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Trotz fortgesetzter Bemühungen, u.a. durch eine zweite Spendenbriefaktion, konnten im Jahr 2014 nur ca. 10.000 Euro eingenommen werden. Trotzdem wird der Ausschuss weiter Spenden für den Kirchturm sammeln. Außerdem hat man sich die Arbeit am Corporate Design der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden zum Thema für die Zukunft gesetzt.

Im Jahr 2013 wurde die Auferstehungskirche Wehe 50 Jahre alt. Im Gemeindebezirk Ost-Wehe wurde dieses Jubiläum unter dem Motto „50 Jahre Kirche im Dorf“ in Zusammenarbeit mit den Vereinen im Ort gestaltet und gefeiert. Über das Jahr 2013 verteilt fanden unter dieser Überschrift mehrere gut besuchte Veranstaltungen statt: Um deutlich zu machen, dass auch die große Gruppe von auch in Vereinen aktiven Aussiedlern zur Gemeinde gehört, gab es am 6.März im Müllerhaus einen Begegnungsabend „Russland im Herzen und Deutschland im Sinn“ unter Federführung des Aussiedlerbeauftragten Pfr. Edgar Born. Russlanddeutsche Frauen und die örtlichen Landfrauen sorgten dabei gemeinsam für Essen und Trinken. Am 20.März sprach der gebürtige Weher Prof. Dr. Hermann Schwengel in der Kirche zum Thema „Landlust – vom Segen, auf dem Dorf zu leben“ Am 22.September fand rund um die Auferstehungskirche ein Gemeindefest statt. Es fand seinen Höhepunkt mit einem Corso von Erntewagen der Vereine und Institutionen durch das Dorf zur Bockwindmühle.

Sorgen bereitet nach wie vor das Kantorenhaus in der Langen Straße in Rahden. Trotz vieler Gespräche und Anläufe hat sich für dieses schöne und denkmalgeschützte Gebäude bislang noch keine Nutzung und kein möglicher Investor für eine nötige Renovierung gefunden.

Als Offene Kirche war die St. Johannis-Kirche auch in den Jahren 2013 und 2014 von Anfang Mai bis Erntedank wochentags geöffnet. Etwa 600 Personen suchen pro Saison die Stille der Kirche auf. Nach dem Weggang von Pfarrer Thünemann übernahm Pfarrer Meiners für die Saison 2014 die Begleitung der Ehrenamtlichen. Ein Team von mehr als 20 Personen trägt diesen Dienst. Als Dankeschön wurden die Mitglieder des Teams zu einer Erstbesteigung des Kirchturms nach der Sanierung im Juli 2014 eingeladen. Außerdem erfolgte zum Abschluss der Saison am 30. Oktober eine gemeinsame Fahrt zur Synagoge in Petershagen mit anschließendem Imbiss im Gemeindehaus Rahden. Danach übernahm Pfarrer Udo Schulte die Begleitung des Teams.

Die Andachten nach dem Glockenläuten donnerstags um 18 Uhr von Oktober bis Ostern haben sich etabliert und sind nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner von "Haus Aleida" zu einem festen Bestandteil des kirchlichen Lebens geworden.

Wir feiern lebendige Gottesdienste.

Dankbar darf die Kirchengemeinde feststellen, dass die Neustrukturierung der Kirchenmusik den Gottesdiensten frische Impulse gegeben hat.

Im Februar 2013 nahm Thomas Quellmalz als neuer Kantor seinen Dienst in der Kirchengemeinde auf und wurde am 13.Oktober in einem festlich-musikalischen Gottesdienst eingeführt. Zu seinen Aufgaben gehört die musikalische Begleitung von Gottesdiensten und Amtshandlungen, in der Regel an der Orgel, sowie die Leitung der Kantorei. Auch die Verantwortung für die musikalische Arbeit im Posaunenchor einschließlich der Jungbläserausbildung obliegt ihm. Darüber hinaus werden musikalische Projekte im Kinder- und Jugendbereich unter seiner Leitung durchgeführt.

Im Dezember 2013 musste die Gemeinde Abschied von ihrer langjährigen Kantorin Urte Dankmann nehmen. Bereits zu Erntedank 2012 war sie aus ihrem aktiven Dienst in Rahden verabschiedet worden. Bis dahin hatte Urte Dankmann 32 Jahre lang (von 1980 bis 2012) den Orgeldienst in Rahden versehen, die Kantorei und den Kinderchor geleitet und den Nachwuchs im Orgel- und Flötenspiel unterrichtet. In den Jahren ab 1986 gehörte auch die Leitung der Frauenchöre Tonnenheide und Wehe zu ihren Aufgaben. Viele Gemeindemitglieder haben ihr viel zu verdanken und nahmen in alter Verbundenheit an ihrer Beisetzung in Porta Westfalica-Lerbeck teil.

Im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Stelle des Kirchenmusikers fand sich ein Arbeitskreis von kirchenmusikalisch Interessierten zusammen, aus dem der neu gegründete Ausschuss für Kirchenmusik hervorgegangen ist. Unter dem Vorsitz von Thomas Quellmalz hat das Gremium im Juli 2013 seinen Dienst aufgenommen und bearbeitet seitdem die Anliegen der kirchenmusikalischen Gruppen, plant Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen und berät den Kirchenmusiker in seiner Arbeit.

Der Posaunenchor Rahden e.V. bestreitet, neben den zahlreichen Einsätzen in den zur Kirchengemeinde Rahden gehörigen Predigtstätten, alle zwei Jahre am 3. Oktober ein Konzert, und in dem Jahr dazwischen einen Bläsergottesdienst. Das Konzert 2013 war gut besucht und ein großer Erfolg. Bei dem zentralen Bläsergottesdienst am 02.11.2014 in der St. Johannis-Kirche hatte der Posaunenchor Rahden e.V. auch Gäste aus dem ehemaligen Wirkungskreis seines Kantors Thomas Quellmalz. Das gemeinsame Wochenende war so nachhaltig, dass der Posaunenchor im Herbst 2015 einen Gegenbesuch plant.

Die Jungbläserausbildung trägt langsam erste Früchte, so konnten zwei Jungbläser bei einigen Gottesdiensten schon im Posaunenchor mitspielen. Zurzeit hat der Posaunenchor vier Jungbläser.

Aufgrund ihrer zahlreichen Predigtstätten hat die Kirchengemeinde Rahden ein sehr großes Interesse an der Ausbildung von Organistinnen und Organisten. Deswegen unterstützt sie den vom Kantor erteilten Orgelunterricht im ersten Jahr finanziell. Momentan nutzen zwei Jugendliche dieses Angebot.

Nach dem von der Kirchengemeinde erstellten Plan zur Renovierung der Orgeln an allen Predigtstätten erfolgte im Herbst 2013 die Reinigung der Orgel in der Christuskirche Tonnenheide, bei der auch Gemeindeglieder ehrenamtlich mitwirkten.

So gehörte dann bei dem im Kirchenkreis stattfindenden Orgelsommer im Jahr 2014 auch Rahden zu den gastgebenden Gemeinden. Während einer Orgeltour wurde die renovierte Orgel in der Christuskirche sowie die Orgel im Paul-Gerhardt-Haus in Alt-Espelkamp besucht.

Abbrüche und Neuanfänge prägen das Gemeindeleben und verschieben Akzente. Mit Ablauf des Jahres 2014 stellte der Frauenchor Tonnenheide seine öffentlichen Auftritte ein. 44 Jahre lang hatten die Chormitglieder mit ihrem Engagement das Leben in der Kirchengemeinde und in der Dorfgemeinschaft musikalisch bereichert.

Unter der Leitung von Susanne Quellmalz bildete sich im Oktober 2013 der Handglockenchor Rahden, der bereits bei der Verabschiedung von Pfarrer Thünemann am 27.Oktober seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte. Zurzeit musizieren 16 Glöcknerinnen und Glöckner. Im Mai 2014 konnte der Handglockenchorleiter aus Wiedensahl, Herr Thomas Eickhoff, für ein Workshopwochenende in Rahden gewonnen werden. Neben mehreren Einsätzen im Gottesdienst trat der neue Chor auch schon außerhalb der Kirchengemeinde auf.

Im Januar 2013 nahmen mehrere Presbyteriumsmitglieder an einer Schulung von Lektorinnen und Lektoren teil, die von Andrea Priesmeier (Praxis StimmArt) durchgeführt wurde. Die Rückmeldungen darauf waren sehr positiv. In Wehe erklärte sich eine Reihe von Gemeindegliedern im Zusammenhang mit den Jubiläumsaktivitäten im Jahr 2013 bereit, in den Gottesdiensten der Auferstehungskirche Lesungen zu übernehmen. Nach Ablauf des Jahres hatte sich der Lektorendienst so etabliert, dass er nun zum Profil der Gottesdienste in Wehe gehört. Etwa 8-10 Ehrenamtliche konnten für diese Aufgabe neu gewonnen werden.

Die Zulassung von Kindern zum Abendmahl hat verschiedene Gremien und Gemeinden in unserem Kirchenkreis in den vergangenen Jahren beschäftigt. Nach einer kirchenkreisweiten Fachtagung zu diesem Thema im März 2013, Gesprächen im Arbeitskreis und im Presbyterium und einem Gemeindeabend im Gemeindehaus Rahden mit Pfarrer Carsten Haeske (Leiter der Arbeitsstelle Gottesdienst in der EKvW) am 22.11.2013 wurde für unsere Gemeinde beschlossen, auch Kinder zum Abendmahl zuzulassen. Erstmals im größeren Rahmen wurde dies – neben den normalen Gottesdiensten – in einem Familiengottesdienst im Westbezirk im Juni 2014 praktiziert.

Wir begleiten die Menschen.

Begleitung geschieht in den zahlreichen Begegnungen des Alltags, bei Besuchen und Kasualien.

Angesichts der vielen Angebote an Wohnformen für Ältere kommt der Arbeit in den Seniorenheimen und den Einrichtungen für betreutes Wohnen eine erhebliche Bedeutung zu. Hinzugekommen sind seit kurzem regelmäßige Gottesdienste in der Tagespflege „Arche“.

Aus dem Hospizkreis haben sich einige Ehrenamtliche der ersten Stunde aus dem aktiven Dienst zurückgezogen. Dafür sind neue Aktive dazugekommen, die ambulante Betreuungen übernehmen. So konnten wieder eine Reihe von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihre Angehörigen begleitet werden.

In der vom Kirchenkreis getragenen Notfallseelsorge wirken alle Rahdener Pfarrerinnen und Pfarrer mit. Erfreulich gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den im Juni 2013 eingeführten Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge, die einzelne Dienststunden und –tage selbstständig übernehmen und so die Hauptamtlichen entlasten.

Wir bieten Orientierung.

In der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden findet eine intensive evangelische Kindergartenarbeit statt, in der Glaube mit Kindern und Eltern gelebt wird. Monatliche Gottesdienste, Gottesdienste an den großen christlichen Festtagen und ein gemeinsamer Familiengottesdienst in der St. Johannis-Kirche Anfang des Jahres gehören zum festen Programm der ev. Kindergärten in Rahden. Im Jahr 2013 lautete das Thema: „Jedes Kind braucht Ruhe und Geborgenheit“, im Jahr 2014 hieß das Thema: „Kinder sind neugierig, haben eine eigene Meinung und das ist gut so“.

Die drei Einrichtungen der Kirchengemeinde Rahden befinden sich in der Trägerschaft des Trägerverbundes (Kirchenkreis Lübbecke). Sie bilden zusammen mit dem Ev. Kindergarten Pr. Ströhen und der DRK-Einrichtung am Krankenhaus ein Familienzentrum. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Ev. Kindergarten Pr. Ströhen ist sehr intensiv. Im Berichtszeitraum haben die vier Kindergärten sich intensiv mit dem Qualitätsmanagementsystem in Tageseinrichtungen für Kinder beschäftigt und sind im Jahr 2014 mit dem Beta-Gütesiegel ausgezeichnet worden.

Im Rahmen des Familienzentrums Rahden im Verbund fand im Februar 2014 ein Vormittag zum Thema gesunde Entwicklung im Kindesalter mit der Referentin Marlene Meding statt. Dieser Tag wurde in Zusammenarbeit mit den Rahdener Landfrauen gestaltet.

Die Belegungssituation ist in allen Einrichtungen gut (Bärenhöhle 64 Kinder, davon vier Kinder U2, sechs Kinder U3 und 54 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt, Löwenzahn 87 Kinder, davon 15 Kinder U3, und acht Kinder integrativ, Sonnenstrahl 76 Kinder, davon 13 Kinder U3)

Der Kindergarten „Bärenhöhle“ feierte am 10.10.2014 seinen 20. Geburtstag. Dieser Tag wurde mit einem Tag der offenen Tür und einer abschließenden Kindergartenandacht mit Pfarrer Mettenbrink gefeiert.

Am 15.09.2014 konnten der Kindergarten Löwenzahn sein 40-jähriges Kindergartenjubiläum feiern. Dieser Tag wurde mit einem festlichen Gottesdienst und anschließender Feier im Kindergarten mit vielen kleinen und großen Gratulanten begangen.

Im Kindergarten „Sonnenstrahl“ konnten im Jahr 2014 zwei langjährige Mitarbeiterinnen ihr 40-jähriges Dienstjubiläum mit einer Andacht und anschließender Feier begehen.

Neben den jährlichen Taufkursen in den DRK-Einrichtungen in Tonnenheide und Wehe konnte im Dezember 2013 im Zwergenhaus Wehe ein Adventsprojekt „Maria – unterwegs mit Gott“ durchgeführt werden. Es mündete in einen Kindergartengottesdienst, der bei den beteiligten Familien großen Anklang fand.

Im Oktober 2014 wurde erstmals in Rahden ein Kindermusical aufgeführt. In Zusammenarbeit von Jugendreferent Oliver Nickel, dem Kirchenmusiker-Ehepaar Quellmalz sowie den Pfarrerinnen Gisela Kortenbruck und Micaela Strunk-Rohrbeck wurde innerhalb einer Woche mit 32 Kindern im Grundschulalter das Musical „Bartimäus“ eingeübt. Die Aufführung am 19.10.2014 war ein so großer Erfolg, dass es nicht bei einem einmaligen Projekt bleiben wird.

Die Vorbereitung von Schulgottesdiensten mit den drei Grundschulen, der Realschule und dem Gymnasium hat einen wichtigen Stellenwert im pastoralen Jahresablauf. Die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schulen führte im Jahr 2014 dazu, dass auch anlässlich der Neugründung der Sekundarschule Rahden ein Einführungsgottesdienst erbeten wurde.

Die seit einigen Jahren in der Konfirmandenarbeit bewährte Aufteilung wurde auch in den Jahren 2013 und 2014 fortgeführt: wöchentliche Dienstagsgruppen im Katechumenenjahr, Thementage einmal im Monat an einem Samstagsvormittag dann in Konfirmandenjahr. Im Jahr 2013 startete der Jahrgang „Deborah“, in 2014 der Jahrgang „Elia“. Im Pfarrbezirk Mitte übernahm Pfarrer Meiners nach dem Weggang von Pfarrer Thünemann dessen Unterrichtsgruppen. Die beiden Katechumenengruppen fasste er im zweiten Unterrichtsjahr dann zu einer (Samstags-)Gruppe zusammen. Da die Gruppen kleiner wurden, entfiel bei dem neuen Jahrgang Elia die Aufteilung in Mitte 1 und Mitte 2. Es wurde beschlossen, dass Pfarrer Schulte den neuen Jahrgang der Katechumenen ab September 2014 übernahm und Pfarrer Meiners die Gruppe der Konfirmanden bis zur Konfirmation führt.

Wir machen uns für Menschen stark.

In bewusster Orientierung an ihrem diakonischen Profil bietet die Kirchengemeinde Rahden einer Reihe von Selbsthilfegruppen angemessene Räumlichkeiten. Darüber hinaus arbeitet sie mit der Lübbecker Land Tafel und dem Präventionsrat zusammen.

Die Ausgabestelle der bbecker Land Tafel im Gemeindehaus Rahden wird von mittlerweile ca. 80 Personen regelmäßig aufgesucht. Von den insgesamt 26 Ehrenamtlichen sind an jedem Donnerstag 9 im Einsatz. Vierteljährlich trifft sich die Gruppe zu Absprachen über Termine und Themen. Die Leitung obliegt Helga Berghorn-Detering und Heide Brinkhoff.

Der Präventionsrat trifft sich regelmäßig in den Räumen des Gemeindehauses Rahden zu Besprechungen. Bis November 2013 wurde die Kirchengemeinde durch Stefan Thünemann im Vorstand vertreten; seitdem hält Jugendreferent Oliver Nickel den Kontakt. Die Weiterbildung "RahdenMoved", an der auch Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde teilnahmen, wurde jeweils im November 2013 und 2014 durchgeführt. Im Herbst 2014 arbeitete die Kirchengemeinde mit der Teilgruppe "Integration/Asyl" des Präventionsrates zusammen. Die Jugendräume im evangelischen Gemeindehaus sind für Flüchtlinge und Asylsuchende dienstagnachmittags geöffnet. Ab 2015 soll es im Rahmen dieser Arbeit Deutschkurse geben.

Wir machen Menschen Mut zum Glauben.

Von Januar bis März 2013 konnte wieder ein Grundkurs des Glaubens („Spur 8“) durchgeführt werden, diesmal im Paul-Gerhardt-Haus. An sieben Abenden traf sich dort eine engagierte „Reisegruppe in das Land des Glaubens“. Anschließend wurde ein neuer Hauskreis gegründet.

Eine gute Zusammenarbeit gibt es traditionell mit der Evangelischen Gemeinschaft Rahden, deren Mitglieder auch auf verschiedenen Ebenen des Gemeindelebens aktiv sind. Sie arbeitete im Berichtszeitraum weiter nach dem Motto „Wir sind eine lebendige Gemeinschaft mit Jesus Christus als Zentrum und wollen die gute Nachricht Gottes generationenübergreifend gemeinsam leben und in Rahden verbreiten“. Bei geringer Anzahl ist der Zusammenhalt doch gut. Die Gemeinschaft möchte Menschen durch persönliche Kontakte und durch offene Angebote (wie Themenabende, „Salatabende“ u.ä.) einladen. Die Hauskreise bestehen weiterhin. Der Abendgottesdienst soll ab März 2015 auf den Freitag verlegt werden. In Zukunft wird die Gemeinschaft auf die Unterstützung durch Pfarrer Wellmer verzichten müssen. Die EC-Arbeit wird von Studierenden der „Malche“ unterstützt.

Wir nehmen gesellschaftliche Verantwortung wahr.

Die Kirchengemeinde versteht sich bewusst als Kirche in Rahden und versucht ihren Beitrag für das Gemeinwesen zu leisten, ohne ihr eigenes Profil zu verleugnen.

Bei der von der Stadt Rahden begonnenen Innenstadtsanierung spielen Planungen zur Umgestaltung des Kirchplatzes eine zentrale Rolle. Da die Kirchengemeinde trotz der zugesagten Zuschüsse einen sechsstelligen Betrag selber zur Umgestaltung beitragen müsste, hat sie von Anfang an deutlich gemacht, dass sie dazu keinen finanziellen Spielraum sieht. Der Beitrag der Kirchengemeinde zur nachhaltigen Aufwertung des Stadtbildes besteht in der Sanierung des charakteristischen Turms der St. Johannis-Kirche und bindet die Kirchengemeinde auf Jahrzehnte finanziell.

Wegen der Turmsanierung fand der Weihnachtsmarkt in den letzten beiden Jahren auf dem Alten Markt und nicht auf dem Kirchplatz statt. Die Kirchengemeinde begrüßt diese Entwicklung.

Die Kirchengemeinde pflegt gemeinsam mit der Kirchengemeinde Pr. Ströhen einen regelmäßigen Gedankenaustausch mit der Leitung des Kulturvereins KulTür. Daraus erwachsen immer wieder gemeinsame Aktionen mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit:

Mit der Wanderausstellung „Die Synagoge im Schnittpunkt des jüdischen Lebens“ des jüdischen Museums Westfalen in Dorsten knüpfte der „Arbeitskreis jüdisches Leben in Rahden“ an den Bau der Synagoge in Rahden 1852 an. Die Ausstellung mit 30 Tafeln fand in der St. Johannis-Kirche einen würdevollen Ort, und der Ausstellungsaufbau konnte auch ästhetisch ansprechend umgesetzt werden. Die Ausstellung wurde um Tafeln zur Erläuterung neuer Erkenntnisse zur Rahdener Synagoge sowie um sakrale Gegenstände im jüdischen Leben ergänzt. Sie wurde von den Mitgliedern der „Offenen Kirche“ und des „Arbeitskreises jüdisches Leben in Rahden“ in der Zeit vom 10.9. bis 5.10.2013 betreut. Eingeladen waren insbesondere die Konfirmandengruppen und die Schulen. Insgesamt kamen ca. 300 Besucher. Zum Eröffnungsabend mit einem Einführungsvortrag von Thomas Ridder, Kurator im JMW Dorsten, erschienen 70 Zuhörer.

Am 9.08.2014 wurde in der St. Johannis-Kirche in Rahden die Ausstellung „Kein Entkommen“ von Peter Eickmeyer eröffnet, dessen Bilder sich an dem Roman „Im Westen nichts Neues“ von Eric Maria Remarque orientieren. Die Ausstellung gehörte in eine Veranstaltungsreihe, mit der sich die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Rahdener Kulturverein „KulTür“ den 1. Weltkrieg zum Thema gemacht hatte, dessen Beginn sich in jenen Wochen zum 100. Mal jährte. Die Ausstellung stieß auf großes Interesse, ebenso wie die beiden Vorträge in der St. Johannis-Kirche und der zur Reihe gehörende Kinoabend mit „Im Westen nichts Neues“ im Dersa-Kino in Rahden.

Eine beeindruckende Gedenkfeier zur Pogromnacht fand am 10.11.2014 in der Johannis-Kirche statt. In Zusammenarbeit mit Schülern des Rahdener Gymnasiums wurde an die Zerstörung der Rahdener Synagoge gedacht. Der Abiturjahrgang hatte sich intensiv mit dem Reichtum und der Vielfalt jüdischen Lebens beschäftigt. Mit Auszügen aus dem Musical „Anatevka“ stellten die jungen Menschen verschiedene Aspekte des jüdischen Lebens dar. Harry Rothe von der jüdischen Kultusgemeinde Herford erinnerte an die Zerstörung der Synagogen in Deutschland und an die unerlässliche Aufgabe der Erinnerung. Inzwischen leben wieder mehr als 100.000 Juden in Deutschland. Nach der Gedenkfeier in der Kirche machte sich die Gemeinde zu einem „Gang der Erinnerung“ zum Synagogen-Gedenkstein auf. Dort sprach Rothe das hebräische Totengebet „Kaddish“.

Wir laden zu aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein.

Die seit dem Ausscheiden von Dagmar Nolte lange Zeit vakante Presbyterstelle im Westbezirk konnte wieder besetzt werden, indem Kevin Piel ins Presbyteramt nachberufen wurde. Im Erntedank-Gottesdienst wurde Kevin Piel am 6.10.2013 in sein neues Amt eingeführt.

Am 1.12.2013 trat sterin Edith Hantel in den Ruhestand. Seit Herbst 2006 war sie als Küsterin für das Paul-Gerhardt-Haus tätig gewesen, im Herbst 2009 kam auch noch die Verantwortung für die Kapelle in Varl, im Herbst 2012 auch noch für die Kapelle in Sielhorst dazu. Im Gottesdienst am 24.11.2013 wurde sie in Alt-Espelkamp aus ihrem Dienst verabschiedet.

Seit 2008 war die sterstelle an der St. Johannis-Kirche vakant. Mit großem Engagement haben Presbyterinnen und Presbyter sowie verschiedene Hauptamtliche die Lücken gefüllt. Aber es bestand bei den vielen Aufgaben dringender Handlungsbedarf. Erfreulicherweise konnte am 1.12.2013 Ulrike Buschendorf in das Amt der Küsterin eingeführt werden. Sie versieht ihren Dienst in St. Johannis und im Paul-Gerhardt-Haus als Nachfolgerin von Frau Edith Hantel.

Seit dem 1.10.2013 lebt und lernt Vikarin Mareike Heidenreich unter dem Mentorat von Pfarrerin Strunk-Rohrbeck in der Kirchengemeinde Rahden und bereichert viele Gespräche mit dem Blickwinkel der jüngeren Theologengeneration.

Wir fördern die weltweite Ökumene mit anderen Kirchen.

Immer wieder versuchen wir, über den konfessionellen und geografischen „Tellerrand“ hinauszusehen.

Die katholische Schwestergemeinde St. Michael Rahden gehört zum Pfarrverbund Lübbecker Land. Als am 14. September 2014 im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in St. Marien, Espelkamp Herr Pfarrer Karl-Heinz Graute in sein Amt als Seelsorger des Pfarrverbunds eingeführt wurde, überbrachte Pfarrerin Gisels Kortenbruck die Glück- und Segenswünsche der Gemeinde. Im Dezember 2014 ist Vikar Thomas Choimski ins Rahdener Pfarrhaus eingezogen und verstärkt das katholische Pfarrteam vor Ort.

Im Jahr 2013 nahmen auch die Frauen der Frauenhilfe Pr. Ströhen an der Vorbereitung zum Weltgebetstag teil, so dass der zentrale Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche nun von der gesamten Region Rahden und den Frauen der katholischen Gemeinde St. Michael gefeiert wird. Das anschließende Kaffeetrinken im Gemeindehaus wird abwechselnd von den unterschiedlichen Ortsgruppen ausgerichtet und stärkt den Zusammenhalt christlicher Frauen in Rahden.

Die Weltdienstarbeit leitet Axel Griepenstroh. Er pflegt den Kontakt nach Sierra Leone und ist Arbeitskreis-Vorsitzender in Wuppertal. Erfolgreich konnte wieder bei der Weihnachtsbaumaktion und beim „Café für Bo“ für unser Ausbildungsprojekt gesammelt werden. Im September gab es eine Infoveranstaltung mit Susanne Schröder (Quernheim) über die Driving Doctors und die Ebola-Epidemie in Sierra Leone. Für den September 2014 war ein Besuch aus Sierra Leone geplant. Aufgrund des Ausbruchs der Ebola-Epidemie in Westafrika, der in der westlichen Presse im Juni/Juli 2014 Notiz fand, wurde der Besuch abgesagt. Den Geschwistern in Sierra Leone mitzuteilen, dass wir sie nicht in Rahden zu Besuch haben wollen, war nicht leicht. Sie haben es aber mit viel Verständnis angenommen. Im Rückblick war es sowohl für uns als auch für die, die gekommen wären, die richtige Entscheidung. Bisher ist noch niemand erkrankt, den wir durch Besuche oder Briefkontakte kennen. Die Gesundheitsaufklärung des YMCA hat in seinem Umfeld funktioniert. Aber noch immer sind die Schulen geschlossen, der YMCA hält keine Vereinstreffen ab und viele Familienoberhäupter verbieten ihren Angehörigen auf die Straße zu gehen (6-monatiger Hausarrest) oder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Das gesellschaftliche Leben ist zum Erliegen kommen, die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm. Da die medizinischen Einrichtungen mit Ebola Patienten belegt sind, traut sich niemand mehr mit anderen Krankheiten in deren Nähe. So sterben viele Menschen, denen durch einfache medizinische Hilfe hätten geholfen werden können. Die Ebola-Krise betrifft jeden Lebensbereich, und die Menschen versuchen jeden Tag diese Herausforderungen zu meistern. Der CVJM-Rahden hat 5.000 Euro für Reis und Desinfektionsmittel nach Sierra Leone geschickt. Die normale Quartalsüberweisung (390 Euro) für das Ausbildungsprojekt fließt weiter, auch wenn diese Arbeit wegen der Ebola-Epidemie zurzeit ruht. Wir gehen davon aus, dass die Menschen in Sierra Leone unsere Hilfe weiterhin benötigen. Die nächste Reise wird frühestens für 2016 geplant.

Unsere nächsten Gottesdienste, ab ca. 16 Uhr als Video abrufbar:

  • 14. Juli, Sommerkirche auf dem Kirchplatz, mit Lena Heucher-Baßfeld

  • 21. Juli, Sommerkirche auf dem Kirchplatz, mit Dr. Roland Mettenbrink

  • 28. Juli, Sommerkirche auf dem Kirchplatz, mit Hagen Schillig

Terminkalender

14.07.2024: 10:00 Sommerkirche: "Voran gehen!"

Kirchplatz

21.07.2024: 10:00 Sommerkirche: "Dein Herz soll ewiglich leben."

Kirchplatz

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